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1981 wurden in den USA wahrscheinlich mehr Slasher produziert als in den kompletten Fünfzigern Heimatfilme in Deutschland, insofern ist kaum verwunderlich, dass es nur wenige geschafft haben, auf Dauer in Erinnerung zu haften und eventuell ein paar Stars groß herauszubringen. Bei diesem Streifen spielt eine gewisse Cecile Bagdadi die Hauptrolle, - bezeichnenderweise ihr einziger Ausflug ins Filmgeschäft.

An einer Schule in North Carolina bereiten sich einige Studenten auf das finale Examen vor, während andere mit Gaunereien an ihre Punkte zu gelangen versuchen. Bis ein Killer in der mittlerweile leer gewordenen Schule auftaucht und sie reihum niedermetzelt…

Es ist wahrlich der Stoff, der dem Genrefan so dermaßen vertraut vorkommt, als hätte man ihn bereits 5000 Mal gesehen. Der Intro-Mord an ein Knutschpaar im Auto gehört genauso dazu wie der knallharte Baseball-Trainer, die Bruderschaft mit ihrer simplen Hierarchie und die übrigen Klischee-Erscheinungen wie die Strebsame, das Blondchen, der Nerd, der Rüpel und der Smarte. Allerdings sticht keine Figur positiv hervor, man verbringt zwar über 50 Minuten mit ihnen ohne einen weiteren Mord nach der Einstiegssequenz, doch auf Dauer kommt bei dem Gelaber über Aufnahmebedingungen zur Bruderschaft und typischem Teenie-Beziehungs-Geschwafel nichts dabei herum.

Die Mimen offenbaren durch die Bank eine ziemliche Laienhaftigkeit, die Dialoge wirken wie unter Beruhigungsmitteln verfasst und lange weiß man nicht, ob der Stoff wirklich auf einen Slasher hinauslaufen soll oder ob die Chose zum reinen Highschool-Drama ohne erkennbare Tiefe mutiert. Viel effektiver wird es allerdings kaum, als der Killer endlich tödliche Hand anlegt.

Viele Ableben werden ins Off verlagert, ansonsten ist die Kamera oft weit weg oder erfasst bewusst nicht das, was der Genrefreund eigentlich sehen möchte, zudem fließt fast überhaupt kein Blut, obgleich einige Male mit dem Messer zugestoßen wird. Einzig eine Messerspitze, welche aus dem Rücken hervortritt, könnte als vage Splatterszene bezeichnet werden, Gorehounds dürften die Gewaltszenen jedoch als Kindergarten abspeisen.

So dümpelt das Geschehen lange Zeit inhaltslos vor sich hin, doch auch mit dem Erscheinen des Killers offenbart das Drehbuch eklatante Unzulänglichkeiten. Die Identität des Schlächters wird ebenso wenig geklärt wie dessen Beweggründe, - man könnte zwar vermuten, dass es sich um den Vater einer gescheiterten und Suizid begangenen Studentenschaftsanwärterin handeln könnte, doch dies wird mit keiner Silbe erwähnt.
Der Typ ist einfach da, benötigt noch nicht einmal eine Maske, redet kein Wort und mordet vor sich hin, - weniger Inspiration geht kaum.

Von daher mag man sich ausmalen, dass selbst der Showdown aus einer schlichten Hatz im Schulgebäude besteht, bei der Suspense kaum wahrzunehmen ist und weder Kamera noch Score es schaffen, ein Mitfiebern zu bewirken. Da latscht ein Normalo seelenruhig hinter einer Durchschnitts-Schülerin hinterher, die zuvor nicht allzu sehr auffiel und am Ende weiß man noch nicht einmal, aus welchem Grund das alles.

„Final Exam“ entpuppt sich letztendlich als totaler Schnarcher unter den zahlreichen Slashern der Achtziger, bei dem kaum etwas richtig gemacht wurde. Die Darsteller agieren fast durchweg unprofessionell, handwerklich ist zwar nicht viel auszusetzen, doch das Drehbuch und die Dramaturgie versagen nahezu komplett, während der Killer reichlich ideenlos und blutleer zur Tat schreitet. Jeder, der mal kurz vor einem Examen stand, dürfte zehnmal soviel Adrenalin wahrgenommen haben, als bei diesem Langweiler von Slasher.
3 von 10

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