Review
von Leimbacher-Mario
D / okay / 4 / 7of15 / ** / ausreichend
„Final Exam“ war einer der flottesten frühen Slashernutzniesser nachdem „Halloween“ entscheidende Grundsteine gelegt hatte und „Friday the 13th“ alle Schleusen vor allem finanziell brutal auftrat. Die Produktion und Entwicklung von „Final Exam“ muss unerhört schnell abgewickelt worden sein, was sich an den Kinokassen zwar auszahlte, man allerdings noch viel eher an der recht mageren Qualität dieses College-Schlitzers merkt... Erzählt wird in dem schockierend minimalistischen, puren Exploitationer von einem (nichtmal maskierten!) Killer, der sich am Campus (ohne jeglichen Grund oder mögliche Backstory!) durch die Reihen der doofen Studenten mordet - That’s it! Simpler und einfallsloser geht’s kaum. Fast schon derart frech und billig, dass man davor wieder Respekt haben muss...
„Final Exam“ hat wenig zu bieten, was sich auf der Netzhaut oder im Herzen des geneigten Slasherfreund festbrennt. Einen tiefschwarzen, heute wohl kaum noch denkbaren „Amoklauf“-Prank. Einen unfassbar sturen und konzentrierten Killer mit Pilzfrisur. Ein paar minimale Nacktheiten. Einen endgültigen Showdown, der nicht komplett für die Katz ist. Studi-Feeling. Aber im Grunde genommen enttäuscht er sowohl als Partyvehikel wie als Horrorfilm. Satte 50 Minuten müssen nach dem unspektakulären Intro vergehen, bis überhaupt in den Slashermodus geschaltet wird. Die Kills sind zahm und alles andere als blutrünstig oder innovativ, die Geschichte hat keinen tieferen Sinn oder mögliche Metaphern. Alles hier schreit „stumpfe Auftragsarbeit“. Die satte Zeit des Feierns, Flirten und Saufen wird kaum genutzt um einem die Charaktere schmackhaft zu machen, die fehlenden Hintergründe wirken eher faul als mysteriös und verunsichernd. Sehr viel an „Final Exam“ ist unterer Durchschnitt. Und das nach den Standards seines Subgenres, nicht an Oskarkandidaten gemessen. Für angehende Slasherspezis dennoch irgendwann Pflichtprogramm - richtig Spaß oder gar Angst kommen hier aber leider nicht im Geringsten auf.
Fazit: Abschlusstest mit Ach und Krach bestanden. „Final Exam“ kann man sich als Slasherhead durchaus geben. Aber im Grunde bleibt er ziemlich blass, lahm, austauschbar. Vor allem gleicht er eine ganze Zeit lang eher einem beliebigen „Revenge of the Nerds“-Verschnitt statt einem saftigen „Halloween“-Abklatsch. Das enttäuscht und verdutzt besonders. Immerhin entlässt einen die finale Verfolgung nicht ganz mit hängenden Schultern in den Abendhimmel.