Inhalt:
Japan im Jahre 1839, als die Herrschaft der Samurai, ausgeübt durch den Shogun des Tokugawa-Clans, im Niedergang begriffen war. Lord Nariatsu (Kantaro Suga), jüngerer Bruder des amtierenden Shoguns Ieyoshi und Sohn des Vorgängers als Shogun, ist eitel, grausam und in seinem Wesen und Auftreten gestört.
Bei einem Jagdausflug überschreitet Nariatsu die Grenzen seines eigenen Lehens, und dringt in das Lehen des Oshi-Clans ein. Der Oshi-Lord stellt Nariatsu, will ihn aus seinem Lehen verweisen, und wird dafür von Nariatsu brutal getötet...!
Der Bruder des Shogun genießt eine gewisse Immunität, und der Minister des Shogunats, Mizumo (Kei Sato), stellt den Tod des Oshi-Lords als Unfall dar, an dem der Oshi-Clan die Schuld trägt. Der Clan wird per Dekret des Ministers zur Auflösung gezwungen, und das Lehen soll in den Besitz Nariatsus und damit des Shogunats übergehen. Der Kammerherr des Oshi-Clans, Tatewaki (Koji Nanbara), kann immerhin einen Aufschub um einen Monat erreichen.
Die Samurai des Oshi-Clans planen in dieser Zeit, Nariatsu durch ein Attentat zu töten. Die Samurai Mitamura (Kotaru Satomi) und vor allem Hayato (Isao Natsuyagi) wollen dies bewerkstelligen. Ihr Kalkül: Wenn Nariatsu durch einen Ronin getötet wird, schwächt dies das Ansehen des Shogunats derart, dass ein Überleben des Clans ermöglicht wäre, um alles zu vertuschen. Hayato benötigt noch insgesamt 10 Kämpfer, um die natürlich sehr gefährliche Aktion durchzuführen. Samurai die wegen Ungehorsam in Ungnade fielen, sollen Seppuko begehen, und wollen diesen auch furchtlos durchführen. Doch kurz davor wird dies gestoppt. Denn diese furchtlosen Männer, sind genau die Richtigen für Hayatos Mission.
Unter den Attentätern sind sogar eine Frau, die tapfere Nui (Eiko Okawa), und der bärbeißig-nihilistische Ronin Daijuro (Ko Nishimura), der zu allem entschlossen ist. Geplant ist, Nariatsu und seinem Gefolge auf ihrer Rückkehr von Edo in ihr Lehen aufzulauern, sie zu stellen und zu vernichten. Nariatsu hält sich in Edo auf, um im Vergnügungsviertel Yoshiwara seinen Ausschweifungen nachzugehen.
Doch das Spitzel-System der Tokugawa ist indes intakt. Mizumo und Kammerherr Gyobu (Ryutaro Otomo) wissen um die Gefahr, sie sind die Gegenspieler Hayatos, die Nariatsu zu schützen gedenken. Einer der Attentäter, der Schwager Hayatos, ist zu ungestüm, und wird getötet. Als auch noch Hayatos Geliebte, die schöne Orie (Junko Miyazono) Seppuko verübt, kennt Hayatos Rache-Wille Nariatsu zu töten, keinen Halt mehr.
Der Tag der Entscheidung ist da, alles ist für das Attentat vorbereitet. Doch bietet Mizumo nunmehr Tatewaki einen Deal an, durch den der Oshi-Clan und dessen Lehen erhalten bliebe. In letzter Sekunde erreicht diese Nachricht Hayato und dessen Mitstreiter, und die Aktion wird gecancelt. Nariatsu und sein Gefolge durchqueren den Weg unbehelligt.
Doch Mizumo spielt falsch, alles war nur eine Finte. Der Oshi-Clan soll nunmehr doch aufgelöst und das Lehen eingezogen werden.
Hayato und seine Vasallen wollen nun Nariatsu noch bevor dieser mit seinem Gefolge sein Lehen erreicht, offen angreifen. Bei strömendem Regen erfolgt nun diese Attacke, ein so blutiger wie dramatischer Kampf auf Leben oder Tod ist nunmehr unausweichlich...!
Kritik:
Im Jahre 1967 drehte Regisseur Eiichi Kudo diesen insgesamt spannenden und gutklassigen Chanbara, der in gewisser Weise eine Art "Ableger" seines 4 Jahre zuvor entstandenen Chanbara-Klassikers "13 Assassins" ist.
In Schwarzweiß, mit einmal mehr anspruchsvoller Bildführung, in authentisch-altjapanischen Kulissen, detaillierter Ausstattung und mit intensiven Darstellungen versehen, überzeugt "Eleven Samurai" atmosphärisch, und ist ein typischer Vertreter seines Genres inmitten der Blütezeit dieser Filmgattung. Mit der typischen, gemächlichen und hier gedehnten Erzählweise wird hier eine flüssige, letztlich einfache Story entworfen, die insgesamt spannend in Szene gesetzt ist, die man aber auch geraffter hätte halten können. So sind Längen unvermeidlich, ist der Streifen vor allem zur Mitte hin recht gedehnt, um auf letztlich doch auf eine für einen Chanbara dieser Art zu lange, fast 100minütige Laufzeit zu kommen. Das ist denn das Manko, zumal Kudo das auch nicht mit mehr an eingestreuter Kenjutsu-Action ausbügeln wollte.
Sieht man von diesen Längen ab, ist die Story stringent aber auch mit einem überraschenden Twist vor dem Finale und spannend inszeniert, mit intensiven Darstellungen versehen, und mündet in dramatische Fight-Action.
Isao Natsuyagi ist der Held in diesem Samurai-Drama, einmal mehr einen Ronin darstellend. Er lächelt nie, ist stoisch-kalt in seinem Wesen, führt seine Attentäter konzentriert und dem eigenen Tod keine Bedeutung schenkend in die entscheidende Schlacht. Kein Strahleheld, und trotz Beistand durch ein Ronin-Team der letztlich einsame, harte Kämpfer.
An seiner Seite Kotaro Satomi, als besonnener Sidekick, Koji Nanbara versucht eher administrativ im Hintergrund für die Attentäter zu wirken, sie spielen solide. Ko Nishimura brilliert als bärbeißig-nihilistischer Ronin, ein Mann fürs Grobe, aber eine spannende Figur in diesem Samurai-Drama.
Die Villains, 3 Akteure die sich den Attentätern in den Weg stellen: Kei Sato -deutschen Fans japanischer Action-Filme und -Serien vor allem als Ober-Schurke in der legendären Erfolgs-Serie "Die Rebellen vom Liang Shan Po" geläufig-, agiert als eiskalter Technokrat für das Shogunat und den verhaltensgestörten Lord, dem das Attentat gilt. Sato überzeugt in dieser für ihn typischen Rolle einmal mehr.
Ihm zuarbeitend, Ryutaro Otomo, ebenfalls kalt-skrupellos für das Shogunat alles deckend. Er und Sato, sie wissen um die Gefahr und versuchen alles, das Attentat zu vereiteln. Und schließlich Kantaro Suga, verhaltensgestört, eitel und grausam ist seine von ihm verkörperte Figur, die stark an den zu ermeuchelnden Shogun-Verwandten in "13 Assassins" erninnert, ja wohl an diesen angelehnt ist. Das verlangte von Suga ein entsprechend eindringliches Spiel. So eine brutal-arrogante Figur überzeugend zu verkörpern, dazu gehört darstellerisches Können, und Suga meistert das.
Die beiden Damen im Cast verlieren sich etwas in diesem maskulin dominierten Drama, Eiko Okawa als taffe Kriegerin, und Junko Miyazono als Geliebte des Attentäters in undankbarer Rolle, beide aber machen ihre Sache tapfer.
Die Fightaction kommt in diesem Chanbara etwas kurz und erst zum Ende hin, aber da wird es heftig, blutig und dramatisch. Wild, grob, hoher Bodycount und wohl in reellem Stil..., etwas mehr an Kenjutsu-Kampfkunst hätte ich mir schon gewünscht, aber Drive und Tempo stimmen, und irgendwie rockt die Nonstop-Fightaction-total am Ende doch. Da es ala Showdown in "Die sieben Samurai" in Strömen regnet und sich ein Schlachtfeld im Morast bildet, hebt das den blutigen Endfight natürlich auch in seiner Dramatik.
"Eleven Samurai" ("Juichinin no samurai"), ein typischer Chanbara in der Blütezeit des Genres, bietet dem Fan solcher Streifen eine insgesamt gelungen-kompakte Unterhaltung, und verdient sich respektable 7 von 10 Punkten in meiner Bewertung.