"Tokugawa - Das Frauengefängnis der Shogun" - so würde wohl der Film betitelt worden sein, wenn er Deutschland jemals erreicht hätte. Aber natürlich ist er nie auf deutsch herausgebracht worden und vermutlich auch in keiner anderen europäischen Sprache. In unmittelbarer zeitlichen Nähe zur berühmten Tokugawa-Trilogie weist er gewiße Ähnlichkeiten zu dieser auf, ohne deren hohe ästhetische Bildqualität und überragende schauspielerische Leistungen zu erreichen. Und auch ohne Folterungen und Sexszenen aneinander zu reihen. Denn dieser Streifen legt mehr Wert auf eine dramatische Geschichte und auf mehr Suspension als Brutalität.
Dreizehn Frauen sind auf der "Köpfungsinsel" (Decapitation Island) inhaftiert, die so heißt weil alle Frauen, die zu flüchten versuchen, geköpft werden. Der abgeschlagene Kopf wird an einer bestimmten Stelle zur Abschreckung platziert. Dies sehen wir auch gleich in der Titelsequenz, analog zu den Hinrichtungen in "Tokugawa - Shogun´s Joy of Torture". Die Gefangenen werden von fünf Wachen beaufsichtigt und gequält. Sobald eine Gefangene von Amts wegen freigelassen werden soll, wird sie stattdessen von den korrupten Beamten an einen Mädchenhändler weitergegeben, der sie auf europäische Schiffe verkauft, die in der Nähe der Insel ihre Route haben. Unterstützt werden die Wärter durch die brutale Hierarchie unter den gefangenen Frauen. Als schließlich Ratten die Pest einschleppen, gerät die Situation außer Kotnrolle.
Wie bereits erwähnt liegt es dem Regisseur mehr an Spannung als an gezeigten Brutalitäten. Das sieht zum Beispiel so aus, daß als Bestrafung einer Gefangenen eine Schüssel mit brennendem Öl über dem Körper aufgehängt wird. Sie muß mit den Zähnen die Kette halten, an der die Schüssel befestigt ist. Jede kleine Gesichtsbewegung würde das Öl auf sie entleeren und zu verheerenden Verbrennungen führen. Nun wird zehn Mal ihr Körper mit einem Stock traktiert. Sie übersteht dies ebenso wie ein Mädchen das an den Klippen abstürzt mit einem Seil wieder heraufgezogen werden kann. Der Film folgt damit wohl mehr den Regeln des herkömmlichen Kinos als den extremen Pfaden des japanischen Schock-Kinos.
Der Film ist es trotzdem Wert vom Genre-Liebhaber in Augenschein genommen zu werden. Glücklicherweise kursiert eine Bootleg-DVD, die dies ermöglicht.