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Nicht nur ein, zwei oder drei Mal sollte man sich diese vielleicht beste Ost-West-Komödie aller Zeiten anschauen.

Das Tempo des Films ist gerade zu irrwitzig. Nicht nur in den Bildern (Verfolgungsjagden), sondern vor allem in den Dialogen.
Mit Anzüglichkeiten an die deutsche Vergangenheit und Gegenwart wird wahrlich nicht gespart. Ein Reporter, der konsequent die Pressefreiheit verteidigt, entpuppt sich als ehemaliger SS-Gruppenführer. Die Angestellten des Coca-Cola-Chefs MacNamara springen beim Erscheinen desselben auf oder lassen die Hacken in bester Militärmanier knallen. Beim Feiern im einem Ostberliner Hotel wackeln die Wände, so dass sogar die abgedeckten Bilder von Stalin wieder zum Vorschein kommen und die Ehefrau MacNamaras quittiert die Anweisungen ihres Mannes mit einem anzüglichen "Jawohl, mein Führer"

James Cagney spielt MacNamara als einen Kontrollfreak, der die Umwandlung des überzeugten Kommunisten Piffl (Horst Buchholz) in einen Kapitalisten zackzack erledigt wissen will ("Eins, Zwei, Drei"). Eine blonde Sexbombe (Liselotte Pulver!) und eine sowjetische Handelsdelegation(u.a. Rolf Wolter, bekannt als Sam Hawkins in den Winnetou-Verfilmungen) sorgen für zusäzlichen Ärger.

Die grösste Leistung hat Billy Wilder damit erbracht, dass er es geschafft hat, die deutschen Schauspieler, die man eher aus Lustspielen dieser Zeit kennt, zur Höchstform anzutreiben.

Gedreht wurde der Film zum grössten Teil an Originalschauplätzen. Leider beeinträchtigte der Mauerbau 1961 nicht nur die Dreharbeiten, sondern sorgte auch dafür, dass der Film für fast 25 Jahre in der Versenkung verschwand.

Wer also wissen will, was den Osten und Westen ausmacht und der Film mal wieder im TV oder Kino läuft, dem empfehle ich nur eines: "SITZEN MACHEN!"

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