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Vor mehreren tausend Jahren konnte der ägyptische Pharao Tutanchamun knapp verhindern, dass der Totengott Set mittels einer magischen Smaragdtafel das Tor zur Dämonen-Welt öffnet und eine Invasion der Erde startet. Die besagte Tafel ist damals in vier Teile zerbrochen, von denen der smarte Archäologe und Abenteurer-Typ Danny Freemont mittlerweile bereits drei aufgestöbert hat, die ihm allerdings kurz darauf immer wieder von seiner Nemesis Morgan Sinclair abgeluchst wurden. Sinclair, der im Auftrag des "hohen, geheimen Rats" und dessen obersten Vorsitzenden Cairns handelt, will mit Hilfe des Artefakts die Weltherrschaft erlangen, doch dazu benötigt er auch noch das letzte Stück der Tafel, welches irgendwo im Tal der Könige vermutet wird. Um Sinclair zuvorzukommen, macht Freemont sich mit seinen Assistenten und der befreundeten Archäologin Azelia Barakat auf die Suche und bekommt es dabei natürlich mit Spionen, Attentätern und altägyptischen Monstern zu tun... Bereits 1998 hat sich "Highlander"-Regisseur Russell Mulcahy mit seinem unsagbar trashigen "Talos - Die Mumie" an ägyptischer Folklore versucht und sich dabei bis auf die Knochen blamiert, warun also sollte ihm ein paar Jahre später dieser vorliegende TV-Zweiteiler für den amerikanischen Hallmark-Sender, der wirklich ganz ungeniert auf den Spuren von Indiana Jones und den - damals noch - beiden "Die Mumie"-Streifen mit Brendan Fraser wandelt und dabei höchst ausgetretene Pfade entlangeiert, leichter von der Hand gehen? Das Ganze ist dabei bestenfalls noch als völlig profillose Auftrags-Arbeit zu bezeichnen, bei der von Mulcahys ehemals stylisher Handschrift wirklich nichts mehr zu spüren ist und die eher nach seinem vorhergehnden, bereits ebenso üblen Fernseh-Schmonzes "Mysterious Island - Die geheimnisvolle Insel" geraten ist: Hier wie dort bestimmen banale Action-Einlagen, höchst sterile CGI-Effekte, denen man die Flimmerkisten-Herkunft allemal ansieht, und viel inhaltlicher Leerlauf das Bild, so dass angesichts des erbärmlichen Ergebnisses von anspruchslosem Abenteuer-Entertainment schon gar nicht mehr die Rede sein kann... ganz im Gegenteil, eher ist "King Tut - Der Fluch des Pharao" sogar noch 'ne Spur schlimmer ausgefallen als die besagte Jules Verne-Travestie, weil die Handlung dieses Mal echt noch blöder und abgeschmackter ist und die unnötigerweise auf über zweieinhalb Stunden (ohne Webeunterbrechungen!) aufgeblasene Laufzeit kaum zufriedenstellend ausfüllt. Nicht nur das Outfit von Casper Van Dien, der einen echt lausigen Harrison Ford-Ersatz abgibt, erinnert einen da stark an "Jäger des verlorenen Schatzes" (es fehlt echt nur noch die Peitsche zur Plagiats-Klage!), auch viele Szenen und Set-Pieces wecken da direkt mal heftige Déjà-vu-Gefühle beim Zuschauer, der sich stattdessen lieber noch mal das besagte Spielberg-Original ansehen sollte... oder sogar die beiden "Quatermain"-Rip-Offs von Cannon, die zumindest noch ein authentisches 80s-Adventure-Feeling verbreitet haben und gegen diesen Mist richtig, richtig gut aussehen! Die "The Quest"-Streifen mit Noah Wyle haben zudem gezeigt, dass man diese Sparte auch auf Pantoffelkino-Niveau ERHEBLICH besser bedienen kann, so dass es mal wirklich überhaupt keinen Grund gibt, sich durch "King Tut - Der Fluch des Pharao" zu quälen... anders als Malcolm McDowell, der sich hier in einer Nebenrolle als böser Watz im Hintergrund vergeuden muss und nicht wie noch in "Cyborg 3" und "Fist of the North Star" gnädigerweise nach ein paar Minuten Screentime einen frühen Filmtod sterben darf...

2/10

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