Review

Nun ist es schon über 10 Jahre her, dass "Scream" das totgeglaubte Genre des Slasherfilms, mit einem genialem Beitrag, wiederbelebte. Kaum ein Genre erhielt danach solch einen Boom wie die Massenmörderfilmchen, die sich hauptsächlich im Teenie-Milieu abspielten. So ziemlich der erste Film nach "Scream" war da "Ich weiss, was du letzten Sommer getan hat", ein Slasher der erfreulicherweise ganz nah an die Qualitäten des Wes Craven-Films herankam, was u.a. auch daran lag, das bei beiden Filmen der selbe Drehbuchautor am Werk war. Und natürlich sollte auch dieser Film ein Sequel erhalten. Mit dem oft verrissenen aber alles in allem eigentlich kaum schlechteren "Ich weiss noch immer...". Tja, und eigentlich sollte nach dessen Erfolg auch bald noch ein dritter Teil kommen, doch der ließ auf sich warten, da hauptsächlich der Cast, darunter Jennifer Love Hewitt, keine Lust mehr daran hatte. Also wurde das Projekt auf Eis gelegt. Doch wie geldgierige Produzenten nun einmal so sind, sollte es nun, Jahre später, doch noch zu einem weiteren Sequel kommen, mit anderem Cast und leicht abgeänderter Geschichte. Leider aber ist dieser Versuch gründlich in die Hose gegangen.

Denn "Ich werde immer wissen, was du letzten Sommer getan hast" ist leider nur noch ein totmüder Videonachklapp geworden, der vor allem eines ist: langweilig. Ja, selten habe ich in letzter Zeit wirklich so einen schnarchlahmen Schlitzerstreifen gesehen, wie diesen hier. Doch dazu gleich mehr. Erst einmal zur Story, welche, wie schon erwähnt, nur noch an die ersten beiden Teile angelehnt ist und mit diesen eigentlich nur noch den Fischermann als Mörderfigur gleich hat. Es geht um eine Gruppe Teenies, welche, durch einen Unfall, aus versehen einen Freund töten. Sie vertuschen den versehentlichen Mord, haben aber von der Legende eines mysteriösen Mörder in Fischerkluft und mit Haken gehört, der solche Vergehen ein Jahr später rügt. Und kaum ist ein Jahr vergangen, scheint sich wirklich jemand an den Teenies zu rächen... Im groben und ganzen ist die Story eigentlich fast schon ein Remake des ersten Teils. So bünden die Teenies z. Bsp. auch hier einen Pakt, dass sie den Mord mit ins Grab nehmen und niemanden davon erzählen, sie verstreiten sich danach, erhalten Drohungen und verbünden sich wieder, um den Drohbriefschreiber ausfindig zu machen. Der Fischermann selbst ist hier nur noch eine Legende, die aber später wahr wird. Alles in allem klingt das aber besser als man erst denken könnte, denn so etwas wie eigene Kreativität oder gar Innovationen sucht man vergebens. Na und auf Logik, Sinn und Verstand hofft man bei einem Slasher schon gleich gar nicht.

Hoffnung setzt man bei solchen Filmen, bekanntermaßen, vor allem auf Spannung und Atmosphäre. Doch davon gibt es hier dieses mal leider überhaupt nichts zu spüren, sondern nur purste Langeweile. Das ganze Treiben zieht sich dieses mal derartig zähflüssig und langatmig hin, dass man sich schon bald fragt, ob man hier überhaupt in einem Horrorthriller sitzt oder doch eher in einem Teeniedrama. Bis die ersten Morde geschehen dauert es überdimensional lange und dann fallen sie größtenteils auch noch so unspektakulär und altbacken aus, dass man dabei kaum irgendwelche Unterhaltung spüren kann. Na und wirkliches erschrecken ist schon gleich gar nicht drin. Viel zu lange hält sich der Streifen am Aufbauen und Vertiefen der Charaktere auf, ohne aber dabei zu merken, dass ihm das gründlichst misslingt und dem Zuschauer die Figuren auch nach 60 Minuten auch noch gründlich am Arsch vorbeigehen.

Atmosphärisch ist das Gezeigte dann ebenfalls nicht das Wahre. Zwar kann die fahle Ausleuchtung hier und da schon mal gefallen, doch für eine richtige Atmosphäre ist das viel zu wenig. Der Score schlafft nur so vor sich hin und enttäuscht selbst für einen DtDVD-Score ungemein. Etwas Charme kann da höchstens noch der Fisherman selbst versprühen, der doch immer noch für einen recht gruselig wirkenden Killer gut zu gebrauchen ist. Allerdings vergeigt sich der Film zum Schluss völlig, in dem er die Maske des Fischers nicht einmal mit befriedigendem Ergebnis lüftet. Da man anscheinend keine wirkliche Idee für einen Mörder mit Motiv hatte, bleibt unser Fischer ein gesichtsloser Geist, was einfach nur ärgerlich ist.

Die Darsteller machen ihre Sache dafür durchgehend solide. Auch wenn man sie größtenteils wieder alle nicht kennt und keiner von ihnen auch nur annähernd eine Jennifer Love Hewitt oder einen Muse Watson ersetzen können, so agieren sie doch allesamt besser, als man es im Vorfeld von ihnen erwartet hätte. Für einen DVD-Slasher kann man sie jedenfalls ganz gut gebrauchen.

Fazit: Langweiliges und eigentlich völlig nutzloses Sequel, dass nicht nur völlig zu spät kommt, sondern auch in keinster Weise an die Qualitäten der Vorgänger heranzukommen vermag. Im Gegensatz zu Teil eins fehlt es hier deutlich an Spannung und Atmosphäre und im Gegensatz zu Teil zwei sind auch die Kill-Sequenzen hier viel zu lasch und unspektakulär ausgefallen, als das dieser Film auch nur einen Deut gegen beide Filme setzen kann. Ermüdend und viel zu kaugummiartig inszeniert und mit einem mehr als nur enttäuschenden Ende ausgestattet, erweist sich dieses Sequel, trotz (fürs Genre) einigermaßen soliden Darstellerleistungen, als Schuss in den Ofen. Da hatte selbst "Düstere Legenden 3" mehr zu bieten!

Wertung: 4/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme