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Hilfe! Wo ist Jennifer Love Hewitt?
Warum hört sie Geisterflüstern, während gesichtslose Teens auf der Flucht vor dem Fischer und seinem Haken sind?
Andererseits, sie hätte mit einer Rolle in diesem Streifen ihre Karriere versauen und dabei trotzdem nicht das fantasielose Drehbuch retten können.

Der dritte Teil der „Ich weiß…“ Reihe hat in Sachen Spannung und Mitfiebern leider nicht mehr viel mit den ersten beiden gemein. Komplett neue Figuren, der wortlose Killer in Lederkluft eines Fischers und ein tödlicher Unfall, von dem eigentlich niemand wissen soll.

So geschehen am 4.Juli, irgendwo in Colorado. Es ist Jahrmarkt, ein paar Teens wollten eigentlich nur einen makaberen Gag aufführen, indem sich einer als legendärer Killer-Fischer ausgibt und einen Skater verfolgt. Nur der Skater wird nach dem freien Fall nicht von Matratzen aufgefangen, sondern aufgespießt, tot infolgedessen.
Man schwört sich, dieses Geheimnis mit ins Grab zu nehmen, doch ein Jahr später tauchen anonyme Botschaften und der Killer in seinem öligen Fischermantel auf.

Dass eine weitere Fortsetzung nicht viel hergeben würde, war dem Genrefan im Vorfeld bestens bekannt, die vertrauten Gesichter stiegen aus und wurden durch unbekannte ersetzt. Das Budget schmolz dahin und damit offenbar auch die Kreativität der Macher.
Aber man gibt die Hoffnung ja nicht auf, bis man das Debakel mit eigenen Augen gesehen hat

Wenn nur vier bis fünf potentielle Opfer zur Verfügung stehen, dehnt man die Vorgeschichte erstmal etwas aus, um sich den Terror noch ein wenig aufzuheben, was hier zur Folge hat, dass die erste halbe Stunde wie eine Ewigkeit anmutet.
Dadurch kommen einem die Teens aber kein Stück näher, die Damen sehen zwar ganz nett aus, sind aber austauschbar wie Gesichter auf einem Werbeplakat für die neue Handy-Generation.
Ach so, die anonymen Botschaften mit „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ kommen jetzt auch per Handy und nicht nur per Schmierzettel, - das schürt die Spannung ungemein und macht den Killer gleich noch viel durchtriebener, - vor allem in Bezug auf die hanebüchene Auflösung desselben. Was für ein grandioser Einfall.

Irgendwann später schreitet der gesichtslose Sensemann endlich zur Tat, da können die kurzen Außenszenen in der Nähe eines Ski-Lifts tatsächlich kurz gefallen, der Rest der Kulissen ist jedoch austauschbar wie die Darsteller, die sich in ihnen bewegen.
Fabrikhallen, der Background eines Musikfestivals, - nichts, was für rasante Verfolgungen oder Versteckspiel taugt, auch wenn das in Ansätzen versucht wird.
Der Killer schlägt zwar zuweilen blutig zu und sorgt für Kehlenschnitt und Haken im Mund, doch präsentiert werden seine kurzen Auftritte wie ein flackernder Music Clip von „The Prodigy“, hektisch und unübersichtlich.

Über die Reihenfolge des Ablebens muss sich der Betrachter keine Gedanken machen, die steht bereits nach wenigen Minuten fest, auch wenn der Sheriff und sein Deputy noch irgendwo mitmischen.
Überraschungsarm wird das klischeebeladene Schema eingestaubter Teenie-Slasher abgespult, selten kommt Bewegung auf, Spannung ebenso wenig.

Der Score mäandert unbemerkt vor sich hin und alle warten auf die Identität und Motivlage des Killers und das bildet letztlich noch die bitterste Erkenntnis und den Tiefpunkt an Ideenreichtum.
Zwar kann das Finale wie gewohnt einen Tempoanstieg verzeichnen, retten kann es den miesen Gesamteindruck aber nicht. Der obligatorische Cliffhanger auch nicht:
„Ich kann dir jetzt schon sagen, was du nächsten Sommer tun wirst“

Wenn Blutspucken in Slow-Mo während eines freien Falls schon bemerkenswert erscheint, wie belanglos muss dann erst der Rest der knapp 88 Minuten ausfallen.
Kurz gesagt, es sind Teens, deren Gesichter man direkt nach dem Abspann vergessen hat und mit ihnen auch die 08/15-Handlung ohne nennenswerte Höhepunkte.
Dazu ein Steh-Auf-Männchen von Killer, dessen Existenz mehr als fragwürdig erscheint und Mordszenen, die genauso uninspiriert ausfallen wie der komplette Streifen.

3,5 von 10

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