Review

Sarah Michelle es wird nicht heller

Mit dem Original „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ verbindet mich eine Menge. Ich halte ihn sehr hoch und liebe den Slasher, der immer etwas im Schatten von „Scream“ stand. In meiner kleinen Welt nicht, ich werde nie das Wochenende vergessen, als wir die VHS vom Original ausgeliehen hatten und ich ihn mehrfach durchgesuchtet habe. Selbst die Fortsetzung auf der tropischen Insel gucke ich gerne. Da schwingt aber wie ihr merkt sehr viel persönliche rosarote Brille mit. Zumindest genug, um diesen mehr oder weniger offiziellen dritten Teil auf Grund schlechtester Mundpropaganda und bösesten Befürchtungen nie zu gucken. Hier ging’s mir bisher ähnlich wie bei „From Dusk Till Dawn“ - man will dieses Erbe einfach nicht wiedergekaut sehen. Nun nahm ich aber meinen Mut zusammen und schob „I'll Always Know What You Did Last Summer“ in den Player - und wurde trotz limbotanzender Erwartungen noch enttäuscht. Muss man auch erstmal schaffen. Hier geht’s um eine Gruppe junger Erwachsener, deren Prank am 4. Juli gehörig schief geht und eine Leiche nach sich zieht - und diese unüberlegte Tat verfolgt die blassen Halbstarken dann im darauffolgenden Sommer mit einem Haken an der Hand…

Fangen wir doch erstmal mit den positiven Dingen an. Das dauert nicht lange. Der gräulich-grieselige Look gefällt mir stellenweise. Rau und räudig. Es gibt zwischendurch ein paar atmosphärische Bilder der nebligen Gegend. Der Fischer mit der Hakenhand bleibt eine unterschätzte Slasherikone. Und manch ein Mord ist zumindest für ein paar Momente immerhin blutig. Nun zu den argen Mängeln. Die Atmosphäre ist null sommerlich, eher trist-herbstlich. Die Figuren sind ein Witz - selbst für Slasherverhältnisse. Der Bidycount dümpelt vor sich her. Es gibt keine Verbindungen zu den Originalen und alles schreit hier DTV bis in den Himmel. In negativster Weise. Das wirkt billig, das wirkt aufgesetzt, das wirkt porentief wie ein Cashgrab, wo die Rechte einfach nochmal schnell benutzt werden mussten. Das macht keinen Spaß, das ist ermüdend, da liegen Welten zwischen. Manchmal kriegt man den Eindruck, dass das ein paar Fans der Originale hätten besser auf die Beine stellen können. „I'll Always Know What You Did Last Summer“ hat nicht nur einen Haken und diese auch nicht verdient. 00er-Slasher-Brei der seelenlosesten Sorte. Vom Studio - für's Geld. Dann doch lieber von Fans für Fans. Selbst wenn’s dann wohl noch billiger ausgesehen hätte.

Fazit: unnötige bis unbrauchbare „Fortsetzung“ des Fischermannslashermythos - sollte man nicht in einem Atemzug mit seiner „Vorgängern“ nennen. Super schwach - selbst für Slashersuchtis!

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