Review

Nachdem ich diesen Film unter den ersten 20 Titeln der ofdb.de Hitliste gefunden habe und er mir absolut nichts sagte, habe ich ihn mir gestern mal angesehen und muss feststellen, dass ich diese hohe Bewertung zwar nachvollziehen, aber sie nicht teilen kann.

Nachvollziehen kann ich sie, weil jeder Film mit vielen Schusswechseln, Blut, Slow Motion,
coolen Sprüchen, hoher Brutalität und auch sonst mit Quentin Tarantinos Stilelementen gespickt, als eine 10,0 empfunden wird, egal was sonst noch passiert.

Teilen kann ich sie nicht, denn das alleine reicht nicht, wie dieser Film deutlich zeigt. Es fehlt bei allem kopierten Style, den der Film auffahren möchte, einfach durchgängig an Witz, wie ihn seine Vorlagen haben, von einem herabfallenden Klo und Willem Dafoe als Frau verkleidet mal abgesehen, hatte das Drehbuch auch eher damit zu kämpfen möglichst oft „Fuck“ unterzubringen, was auch sehr gut gelungen ist. Der Fuck-Counter Untertitel ist sogar das Beste am ganzen Film. Beachtlich!

Schlimmer ist jedoch die Botschaft, die eine Indizierung rechtfertigt. Zwei Saints zitieren aus der Bibel und exekutieren alle bösen Menschen, speziell hochrangige Mobmitglieder, aber auch Peepshowbesucher. Ich habe schon auf hingerichtete Falschparker gewartet, die aber leider nicht vorkamen. Wo man eine Grenze zwischen „böse“ und „nur weniger gut“ zieht, bleibt unbeantwortet.

Der Film verherrlicht Selbstjustiz. Leider nutzt er die eigentlich sehr gute Idee, sich wenigstens im Abspann mit dem tatsächlichen Problem auseinanderzusetzen falsch, indem auch hier noch größtenteils glorifiziert und bejubelt wird. Eine andere Wortwahl hätte aus dem Film vielleicht noch eine bissige Satire machen können. Schade.

Ein unspektakulärer Film, der in der Masse der Tarantino Klone nicht weiter auffällt, nahezu unlustig und von zweifelhafter Moral, Für mich neben Sin City einer der deutlich überbewerteten Filme in der ofdb.de Hitliste.

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