Am 6.6 um 6 Uhr morgens bringt Katherine ein Kind zur Welt, was aber direkt stirbt. Ihr Mann Robert bekommt das Angebot ein Kind zu adoptieren, welches zur gleichen Zeit ums Leben kam. Damien, wie ihr Adoptivkind heisst, wächst unter wohlhabenden Verhältnissen auf, er wächst als munteres Kind heran, bis sich an seinem 5. Geburtstag alles ändert. Sein Kindermädchen erhängt auf dem Wohnungsdach und bald häufen sich die merkwürdigen Vorfälle. Nachdem ein Priester aus Rom Robert Thorn kontaktiert und ein Fotograf seltsame Fotos schiesst, machen sich Robert und der Fotograf auf, die Geschichte von Damien zu erkunden. Denn solangsam glaubt auch Robert daran, dass sein Sohn, der Sohn des Teufels ist.
Wie innovationslos kann ein Remake denn bitte sein? Selten zeigte sich unser achso vertrautes Hollywood so ideenlos in der Umsetzung gewisser Neuinterpretationen. 30 Jahre nach dem Original, machte man sich auch an die Neuverfilmung des 1976 erschienen Omenerfolges und es scheint aus heutiger Sicht und nach dem Ersichten bloss eine Existenzberechtigung für die Neuverfilmung geben. Eigentlich gilt das für alle, in der letzten Zeit erschienenen Neuverfilmungen, die lediglich in ihrer Inszenierung moderner gemacht wurden, um dem jugendlichen Publikum schmackhafter zu machen. Dass dabei die Story in all seinen Facetten und Abläufen haargenau und eins zu eins umgesetzt wurden, zeugt zwar von liebevoller Anerkennung des Originals, aber zeigt auch, wie trostos ideenlos und vorallem sinnlos solche Verfilmungen sind. Ähnlich ergeht es auch dem Remake von "Das Omen", dass überall, Szene für Szene gleich ist. Neu ist bloss das etwas angestiegene Tempo, dass es zumindest ermöglicht, sagen zu können, dass der Film unter gewissen Umständen kein totaler Ausfall ist. Aber das lässt wiederrum nicht darüber hinwegsehen, dass er als Ganzes recht unbrauchbar ist, sofern man denn das Original kennt. Als effekthascherischer und verwöhnter Blockbusterfan wird einem natürlich die Neuverfilmung mehr zusagen, aber als anerkennender 70er Jahre Horrorfan fehlt einfach der fesselnde und fiese Charme des Originals. In all seinen Belangen ist "Das Omen 2006" einfach viel zu steril, fast schon abgedroschen, wie man jene Handlungsstränge kopiert. Der neue Darsteller des bösen Damien mag zwar dann und wann seine dämonische Ausstrahlung haben, dennoch ist das Vorbild um einiges fieser ausgefallen. Wiederum fieser und authentischer fällt die ganze hanebüchene Religionssymbolik aus. Wie auch im Original ist es für nicht grad gläubige Menschen ein schweres Unterfangen sich solch einem fundamentalistischen Fuppes hingeben zu müssen. Was hier angeprangert wird, mit Hintergründen, Bibelversen und Religionsgeschichte propagiert wird, ist schon leicht überschwenglich harter Tobak, aber auch das Original war mit seiner Aussage schon recht putzig. Um ehrlich zu sein, ich fand das Original, mit seinem vollbepackten Horror in Gestalt eines dämonischen Kindes schon lächerlich. Die Manifestierung des Bösen, in lieblicher und unschuldiger Kindesgestalt hat zwar sich seine Faszination, im Kontext gesehen, als modern denkender Mensch ist das aber mehr als zwiespältig zu betrachten, auch wenn Kinder wirklich kleine Biester sind. Aber lassen wir den Quatsch. Handwerklich ist der Film natürlich over the Top, die einzelnen Szenen, Kulissen und Beleuchtungen zeugen schon von technischer Finesse, das Tempo und Spannung sind sicherlich überdurchschnittlich, Atmosphäre ist aufgrund der verträumten Musik und gewisser Drehorte vorhanden, aber als Gesamtwerk ist "Das Omen" mehr als sinnlos in seiner Aussage und als Gesamtwerk viel zu bescheiden. Zumindest fallen dabei aber dann 2 Morde recht graphisch explizit aus, zumindest weiss der Mord am Priester und am Fotografen zu gefallen. Die Endszene in der Kirche, wo Robert sein Adoptivkind erdolchen soll, ist auch schon recht treffender Stoff, sofern man denn die Originalszenen ausser Betracht lässt.
Fazit:
Handwerklich und technisch sicher ein überdurchschnittlicher Film. Als Fan des Originals hat diese 1:1 Kopie aber keine Daseinsberechtigung. Solider Remakefuppes, den eigentlich keiner braucht, ausser die, die mit alten Horrorfilmen nichts anfangen können. Die Religionssymbolik nervt wie im Original, recht unterhaltend ist das Zusehen dann trotzdem. Aber nur für einmal.
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