Review

Prolog:
Jack Sparrow... Verzeihung Captain Jack Sparrow kehrt nun auf die große Leinwand zurück. Und da der erste Teil von Pirates of the Carribean ja mittlerweile mit Recht zu Kultstatus gekommen ist, spielte der Film auch mal eben schon in den ersten Tagen der Aufführung seine nicht gerade schmal budgetierten Produktionskosten wieder ein. Und sein kommerzieller Siegeszug geht weiter. Selbstredend, dass auch ich nicht umhin konnte, mir nun im lokalen Multiplex die neuesten Erlebnisse des spleenigen Haudegens zu Gemüte zu führen. Erläutern wir also zunächst in kurzen Zügen die Storyline.

Der Plot:
Für Will Turner läuft das Leben nach den Abenteuern des ersten Films allerbestens. Und so geben sich der Schönling und seine angebetete (und nebenbei nicht unvermögende) Holde Elisabeth geben gerade das Ja-Wort, als eine Meute Soldaten die Feierlichkeiten stört. Ihr verbrecherischer Befehlshaber, der auf der Jagd nach einem Macht verheißenden Kleinod ist, dass sich in Sparrows Besitz befinden soll, fackelt nicht lange. Flugs ist die Braut in den Kerker verfrachtet und Will dazu shanghait, Jack ausfindig zu machen und ihm das kostbare Utensil abzunehmen, um nicht vorzeitig zum Witwer zu werden. Somit hat der Frischvermählte auch schwerlich die Wahl und macht sich auf, um den alten Waffengefährten zu finden und die verfahrene Situation mit seiner Hilfe wieder ins rechte Lot zu rücken. Doch Besagter hat nicht nur so seine ganz eigenen Pläne, sondern auch schon wieder den nächsten Fluch am Hacken, was die Sache nun nicht unbedingt einfacher macht. Denn nun sind auch ein gewaltiger Kraken sowie das Geisterschiff "Flying Dutchman" samt blutgieriger Besatzung hinter dem eigenwilligen Duo und seinen Mannen her. ...

Machart:
Klingt leicht verplant? Nun, ist es auch. Aber gut... Genau das macht ja nicht zuletzt das Flair dieser Reihe aus. Seine unstrittige Überlänge versucht der Film dadurch auszufüllen, dass er sich in mehrere Subparts unterteilt. Im ersten Teil steht Wills Suche nach Sparrow und die gemeinsame Flucht vor einem Eingeborenenstamm im Vordergrund, im zweiten die "Flying dutchman" und das Rätsel um den geheimnisvollen Schlüssel. Der nächste Abschnitt wird hingegen dadurch bestritten, dass die sämtlichen Akteure sich in einer rasanten Hatz um den nun endlich gefundenen "Schatz" und seine Macht zanken, usw. ... Dabei baut der Film auf die bewährten Elemente des Vorgängers. Besonders intensiv ausgebaut wurde dabei das Kapitel der irrwitzigen Fights und Verfolgungsjagden. Ob sich nun gerade bad guy Norrington und Will auf einem einen Abhang hinunterrasenden Mühlrad duellieren, Sparrow an einen gewaltigen Grillspieß gefesselt die Flucht vor Kanibalen antritt (leichte "King Kong" De ja Vues bleiben hier nicht aus, insbesondere beim Sturz durch die Schlucht) oder man gruppendynamisch im hölzernen Gitterkäfig um sein Leben schaukelt. Eine Szene ist skuriler als die vorhergegangene und es macht auch anerkanntermaßen Spaß, sich dieses slapsticklastige Treiben anzusehen. Nur anfangen nachzudenken sollte man tunlichst nicht, dafür sind die Geschehnisse und Abfolgen einfach zu offensichtlich durchkonstruiert, unwahrscheinlich und verlangen auch auch so akzeptiert werden. Wer das nicht will oder sich an den zahllosen "Hakenschlägen" der etwas fahrig konstruierten Geschichte stört, sollte den Streifen besser meiden.

Die Charaktere - Sparrow & Konsorten
Wohl von diesen etlichen Actioncomedyhappenings leicht außer Atem muß Zugpferd Jack allerdings in diesem Sequell deutlich zurückstecken und hat verbal vergleichsweise (legt man die Standarts des ersten Filmes an) deutlich weniger schlagkräftige Präsenz. Und auch wenn der Lidschattenbewehrte Freibeutersonderling immer noch durch seine groteske, aber urkomische Körpersprache und einige gelungene Gags punkten kann: So ganz erreicht die Figur in diesem zweiten Teil nicht die vollen Möglichkeiten ihres Potentials. Orlando Bloom darf derweil erneut die Rolle des klassischen Helden geben und paßt als heroischer (wenngleich wie gewohnt ein wenig farbloser) Konterpart und Ausgleich zum durchgeknallten Sparrow auch in diesem Film wieder ganz passabel in's Bild. Auch Beauty Elisabeth darf nun, ganz im Geiste der heutigen Zeit, ab und an mal aktiv in's Geschehen eingreifen und den Degen zücken, wenngleich sie angenehmerweise nicht über die Maße zum übermächtigen "Battlechick" umstilisiert wurde, wie es vielen sonstigen Regisseuren dieser Tage schon im Eifer des Gefechts mit ihren weiblichen Charakteren passiert ist. Auch mit der sonstigen Cast können sich Kenner des ersten Teils sofort wieder "heimisch" fühlen, besteht diese doch zu einem Gutteil aus bereits bekannten Figuren des Erstlings. Commodore Norrington, der Holzaugen-Hillbilly und andere bekannte Gesichter säumen immer wieder den Screen und geben der Audience somit gleich die willkommene Möglichkeit, sich schnell wieder im Geschehen einzufinden. Aber auch die neuen Gesichter fügen sich, mal mehr mal weniger stimmig, passabel ins Pirates-Universum ein.

Tricktechnik:
Auch in punkto technische Präsenz trumpft der zweite Teil mit einer wahren Lawine an Tricktechnik auf und verwönt damit das Zuschauer-Auge. Seien es nun die manigfaltigen Meeresmutanten der "Flying Dutchman" oder die zahllosen Actionsequenzen. Die CGI-Techniker dürften wohl die ein oder andere Überstunde in die Stempeluhr gehämmert haben, bis der Film als fertiges Ganzes und in so fulminanter Optik seinen Release antreten konnte. Auch wenn die Anzahl dieser Passagen schon fast wieder ein wenig überhand nimmt, was stellenweise schon fast zu einer Übersättigung beim Publikum führt.




F a z i t :

Pirates of The Carribean 2 erfüllt wohl durchaus die Erwartungen seiner Fangemeinde. Viel slapstick-lastige Action, einige gute Witze, lockere Sprüche (wenngleich's diesbezüglich ruhig etwas mehr hätte sein dürfen) und die zünftige Prise Freibeuterflair gewürzt mit einem guten Schuß Comedy. Wer den ersten Teil mochte, der wird auch hier seinen Spaß haben. - Aber auch etwas Kritik muß erlaubt sein. So ist der Film schon wieder fast ein bißchen zu lang und das hat unweigerlich zur Folge, dass die Storyautoren unbeabsichtigt in die ein oder andere Durststrecke rutschten, die den Filmfluß immer mal wieder zeitweise hemmen. Nichtsdestotrotz ein recht würdiger Nachfolger, der allerdings neben seinen Stärken immer wieder mal etwas zu sehr wie eine schlichte Überleitung zum dritten Teil anmutet und sich stellenweise zu sehr in Nebenhandlungen und den überladenen Actionszenen verstrickt.

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