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In einer besonders stürmischen Nacht stranden fünf Reisende in einem finsteren alten Haus, das von den Geschwistern Femm und ihrem stummen Butler Morgan bewohnt wird. Als Morgan völlig betrunken einen weiteren Bewohner aus seiner verriegelten Kammer befreit, müssen die Fünf um ihr Überleben bangen.


Heute vor 57 Jahren starb der Brite William Henry Pratt, auch bekannt als „The Master of Horror“ oder „Karloff the Uncanny“, der unvergessene Boris Karloff.In seinen rund 50 Jahren als Darsteller spielte er vor allem in Horrorfilmen, u. a. in der berühmten Frankenstein-Version von 1931. Er spielte aber auch am Broadway und in Hörspielen im Radio.


Hier aber gibt er den Butler Morgan, der mit creepy Narbengesicht die von James Whale erschaffen, höchst düstere Atmosphäre unterstützt. Der Film galt lange als versollen und wurde erst Anfang der 70er Jahre wieder entdeckt. Glücklicherweise, denn obgleich ich ihn nicht als Meisterwerk bezeichnen würde, it er doch ein feines kleines Schauerstück. Die Kamera fängt das Haus in intensivem, düsteren Schwarz-weiß ein und die Musik arbeitet ebenfalls stimmungsvoll effektiv.


Das düstere Sturmszenario sorgt für einen stimmungsvollen Einstieg samt eines kleinen, bissigen Streits eines Ehepaars. Viel Zeit bis zum Eintreffen am Haus nimmt sich Whale aber nicht, das tut er dann nach der Ankunft, denn da stellt man sich vor, isst, trinkt und redet, redet viel. Und weshalb frau bei einem solchen Sturm ein Fenster öffnet und dann vor dem eigenen Spiegelbild in Panik gerät, weiß wohl auch nur Drehbuchautor Benn W. Levy. Immerhin sind Hausherrin und Hausherr angenehm skurril, scheinen einiges zu verbergen zu haben und einige Dialoge sind schon recht bizarr.

In der zweiten Hälfte nimmt der Film ordentlich Fahrt auf. Es wird geprügelt, man fällt Treppen und Galerien hinab, das Haus wird in Brand gesetzt und natürlich sperrt man sich im Sturm aus. Höchst skurril, aber sehr sympathisch, kommt dann auch noch ein Heiratsantrag daher.

Das ist stimmungsvoll und durchaus spannend, vor allem aber vom namhaften Cast superb gespielt. Hier ist besonders anzumerken, dass der 102-jährige Sir Roderick Femm von der 60-jährigen Elspeth Dudgeon unter dem Pseudonym John Dudgeon gespielt wurde, da Whale keinen männlichen Schauspieler kannte, der alt genug aussah, um die Rolle glaubhaft zu spielen. Und Gloria Stuart, Jahrgang 1910, die hier die Margaret Waverton spielt, wurde 100 Jahre alt und spielte 1997 noch die Oscar-nominierte Rolle der älteren Rose in James Camerons Titanic. In letzte Filmauftritt absolvierte sie 2004 mit 94 Jahren.


Ein Film, der sehr von seiner Atmosphäre und den Darstellenden lebt und weniger von seiner etwas seltsamen Geschichte, die trotz der Kürze in der ersten Hälfte ein paar Längen zieht. Dennoch hübsch und sehenswert.



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