Mmh, it's Classic-Time!
"Dr.X" ist ein wunderschöner Vertreter der 30er, in welchem in einem in der Hafengegend angesiedelten Institut diverse schräg aussehende Wissenschaftler an noch schrägeren Theorien (und der jeweiligen Praxis) arbeiten, wobei einer ein mörderischer Schlächter sein muß.
Das X steht in diesem Fall für Xavier, den Leiter, der die Polizei dazu bringt, ihn selbst den Killer fangen zu lassen, in einem gewitterdräuenden Landsitz bei Nacht und Nebel.
Heutzutage würde uns dieses Sujet das Weite suchen lassen, zurückblickend ist das ein Klassiker der alten Schule, der vor allem durch seine düsteren Kulissen und skurilen Charaktere punkten kann. Atwill gibt den Titelcharakter diesmal als einen der Guten, während Fay Wray hier mehr einen erotischen Support als Tochter bieten darf. Etwas ungewohnt sicherlich die Rolle des "heldenhaften" Reporters, der sich slapstickhaft mehr der Laurel-und-Hardy-Burleske annähert, als heroisch zu sein.
Die Auflösung der Story rund um rausgeschnittene Drüsen, künstlisches menschliche Gewebe und damit verbundene Mutationen (heyhey, das sind später tausendfach recycelte Ansätze) ist zwar dann doch recht schnell, aber allein die psychologische Drucksequenz, in der den gefesselten Wissenschaftlern der letzte Mord noch einmal vorgespielt wird, ist mit seinem Apparate-Brimborium Kult. Da das alles überdies schön konzentriert vorgeführt wird, kann man da richtig schön drin versinken, auch wenn die Spannung nicht 70 Jahre konserviert werden konnte. (7/10)