"Wahrscheinlich William Friedkins bester Film!". Das möchte uns der Text auf dem Cover weis machen. Und es wäre auch eine wahre Aussage, wenn es das Debütwerk von ihm wäre. Leider hat Friedkin aber schon viele Streifen gedreht. Lange Rede, kurzer Sinn: "Bug" ist der schwächste Beitrag, den ich von dem Regisseur gesehen habe.
Die erste Dreiviertelstunde dümpelt belanglos vor sich hin, die Figuren werden eingeführt, schauspielerisch ist zumindest alles im grünen Bereich, Ashley Judd und Michael Shannon geben eine gute Figur ab. Dann plötzlich werden beide immer paranoider, und driften langsam in den Wahnsinn ab. Sie sehen Käfer, wo gar keine sind und stellen die wildesten Verschwörunstheorien auf. Und genau an dieser Stelle beginnt beim Zuschauer das Kopfschütteln. Beide Darsteller wollen sich hier scheinbar im Overacting übertreffen und erinnern an zwei durchgeknallte Hampelmänner, was einem schnell auf den Zeiger geht. Besonders das Gelaber über Käfer und das total nervige Verschwörungsgebrabbel ist echt nervig! Mir kam es so vor, als hätte Friedkin beide Darsteller in dieser Phase nur noch improvisieren lassen. Falls es so gewesen sein sollte: Das ging kräftig nach hinten los. Einziger Lichtblick: Die Szene mit dem Arzt ("Er ist ein Roboter!").
Wenn schon ein paranoides Paar, dann doch bitte auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit und nicht so ein hilfloses und durchgeknalltes Herumgezappel! Echtes Mitgefühl empfindet man jedenfalls nicht für die Beiden. Man ist eher froh, wenn sie sich am Schluss...O.k., das verrate ich jetzt mal nicht.
Also, was kann ich abschließend sagen? Friedkin wollte sich anscheinend mal auf die Spuren Lynch` oder Cronenberg begeben, scheitert aber leider (fast) auf ganzer Linie. Ein paar gute Einfälle machen halt leider noch keinen guten Film! Deshalb enttäuschende 5 von 10 Punkten.