Sergeant Lam Yik Lim [ Danny Lee ] bekommt Besuch von seinem Neffen Buffalo Lee [ Conan Lee ] aus Los Angeles, welcher allerdings als Heißsporn verschrieen ist. Bereits kurz nach der Ankunft gerät dieser auch in eine zünftige Kneipenschlägerei, Lam kann ihn nur mit Dienstwaffe und Polizeimarke wieder darausholen. Da er ihm nebenbei auch eine gutsituierte Frau für eine etwaige Hochzeit besorgen soll, macht man sich gemeinsam auf die Suche; nur um auf die Kleinkriminelle Sweet Dream [ Ellen Chan ] zu stossen, die vom Gangsterboss Lau Fai [ Gordon Liu ] verfolgt wird...
Zwei Jahre nach dem Chow Yun Fat Hit Tiger on the Beat [ HK $27,865,158.00 ] erfolgte die logische Fortsetzung. Die zwar grundsätzlich mit dem gleichen Team aufwarten konnte, allerdings auf sein Zugpferd selber verzichten musste und deswegen auch gar nicht darauf aufbaut; man dreht notgedrungen etwas ganz Eigenes. Ersetzt wurde Chow symptomatisch für die gesamte Produktion mit seinem The Killer Co – Star Danny Lee; auch der Rest fiel eine Nummer kleiner als noch im Vorgänger aus.
Hierbei beherzigt man zwar durchaus die Formel des Erstlings, schliesst sowohl mit dem Skript von Chang Gwok Tzs als auch der Regie durch Lau Kar Leung filmtechnisch gesehen direkt an das vorhergehende Werk an; aber bleibt dennoch notgedrungen unter den selber gesetzten Maßstäben.
Nichtdestotrotz ist der Film heutzutage schon wieder ganz erquicklich; im Nachhinein und angesichts der heutigen Situation weiss man derartige Durchschnittswerke schon wieder zu schätzen. Die gute alte Zeit eben.
Die inhaltlichen Verknüpfungen zu dem ersten Teil hat man sich beim Einstieg und auch sonst ja komplett gespart; man hat trotz einiger identischer Besetzung überhaupt nichts mehr mit der anderen Begebenheit zu tun. Die wieder auftretenden Darsteller spielen verschiedene Figuren, so dass man relativ schnell in die Handlung reingleiten kann und keinerlei Wissen auffrischen oder auf den Nebenbuhler verweisen muss.
Dass Buffalo die letzten zwei Jahre in Los Angeles verbracht hat ist dann ebenso ein geschickter Bezug zum realen Leben seines Darstellers Conan Lee wie die Tatsache, dass Namensvetter Danny Lee wieder mal als Polizist besetzt ist.
Conan hat sich ja als A.B.C. [= American Born Chinese; Filmzitat ] tatsächlich eine ganze Weile lang in den Staaten aufgehalten; sich nach dem Erfolg von Ninja in the Dragon's Den auch auf der anderen Seite des Pazifiks als Darsteller in Actionfilmen versucht, wobei aber nur niedere Resultate wie Gymkata, Eliminators oder Armed Response dabei herauskamen.
Seine hier präsentierte Anfangsszene, in der er mit einigen Freunden vom Schiff geht und man sich lauthals auf der Suche nach dem erstbesten Mädchen macht, nimmt man ihm deswegen auch sofort komplett ab; wirkt wie dokumentiert. Das Gleiche gilt ja für Danny Lee, der seine Rolle als ewiger Cop so sehr inhaliert hat, dass er sich eine Weile lang sogar auf der Strasse von „Kollegen“ hat salutieren lassen.
Passt also vom ersten Augenblick an; auch die anderen Figuren sind derartig nach Stereotyp gesetzt, dass der Film auch ohne grossartige Handlung keine Mühe hat, dass Setting binnen Sekunden aufzustellen.
Dennoch wäre es schön gewesen, wenn man sich hinsichtlich des Inhalts etwas mehr Anstrengung gegeben hätte; eine geraume Zeit folgt man nämlich nur narrativen Ausreden.
Die Voraussetzung für den Fortgang erschafft man einzig durch den primitiven Scheingrund, dass Cop Lam aufgetragen wurde, seinem Neffen eine zukünftige Ehefrau zu besorgen; als ob der nicht Manns genug wäre, selber jemanden anzusprechen. Derartig mit einer hanebüchenen Auflage ausgestattet sucht das Trio – der Zuwachs durch Siu Ming [ Robert Mak ] wird ohne Erklärungen hingenommen – quer durch HK nach der perfekten Frau und hat auf dieser Tour natürlich allerlei Gelegenheiten, auf Gesindel zu treffen.
Man bewegt sich dementsprechend ballastfrei von hierhin nach dorthin und eh man sichs versehen hat, ist auch schon die Hälfte vorbei, ohne dass ein bestimmter Aufhänger auch nur angerissen wurde. Hier und da hat es auch mal geknallt, zwar nur in geringem Ausmass, aber vor allem Minute 16 hat es in sich: Während einer dieser sporadischen Unternehmungen platzt man in eine Polizeiaktion, wobei Buffalo einem Taschendieb auf eine Hochbrücke folgt, dieser hinunter auf einen vorbeifahrenden Laster springt und Buffalo über einen Rutsch auf der Strassenlaterne nachfolgen will. Allerdings daneben greift und im freien Fall nach 10m auf den Asphalt prallt. [ Conan Lee verblieb danach einige Monate im Krankenhaus, im Film klopft er sich den Staub ab und steht wieder auf.]
Ansonsten ist erstmal nicht viel geboten; zumindest nichts wofür man sein Leben riskieren sollte. Zwar durchaus unterhaltsam und auf eine leichte Art unkompliziert, aber es stagniert schon sehr in Richtung „dünn“. Später denkt man sich dann doch etwas aus, was im gegebenen Kontext auch als richtiger Anlass für Action funktioniert; dafür nutzt man dann mehrere McGuffins: Eine Mordzeugin, der niemand glaubt. Einen Gegenstand, den die Bösen unbedingt wieder haben wollen. Einen Retter in der Not, der Gefallen an der Zeugin findet und sie beschützt.
Eigentlich ebenso hingeschludert, aber dennoch etwas, was für den nächsten Zusammenhalt durchaus ausreicht und über die zweite Hälfte hilft.
Dort steigert man auch ziemlich das Tempo und gibt den Choreographen Xiong Xin Xin, Lam Wai Kin, Lau Kar Leung, Ridley Tsui endlich was zu tun. Effektiv zur Geltung kommen sie bei den Kämpfen zwar nicht, aber die Zahl der Glasstunts ist enorm – wo eine Scheibe ist, wird auch prompt durchgesegelt – und die Action ist mittlerweile nonstop und auch durchaus auf Härte angelegt. Leider wird man durch die rein vordergründige Motivation nicht wirklich spannender, so dass man mit zunehmender Dauer nur noch mit halben Herzen folgt.
Dafür gehen die Wortspiele regelmässig daneben; was vornehmlich daran liegt, dass beide Lees nicht den entsprechenden Charme und Schalk dafür mitbringen und Anhängsel Mak keinerlei Funktion hat und deswegen später vollständig ausgegrenzt bleibt.
Auch ist die buddy picture Situation an sich unausgegoren: Beide Typen sind schon verschieden, aber sie reiben sich trotzdem nur aufgrund der Tatsache, weil es halt im Drehbuch steht. Da gibt es keine speziellen Gegensätze, die automatisch einen Lacher ergeben; zudem spielt Danny hier wirklich nur den Miesepeter. Was er am besten kann halt, aber seine ständig langes Gesicht und die Zetereien gehören nicht in einen Unterhaltungsfilm.
Besser funktionieren einige visuelle Scherze, vor allem die körperliche Komik von Conan ist nicht zu unterschätzen; er macht sich einfach sein Aussehen als grober, tumber, klotziger Jackie Chan - lookalike zu eigen und verhält sich danach. Slapstick funktioniert bei ihm deswegen ebenso wie Verwechslungslungspielchen, vor allem auch wenn grobe Gewalt in rasanter Weise mit grenzdebiler Komik abgewechselt wird.
Letzten Ende bekommt man seine typische 80er Jahre Actionkomödie geboten, die sicherlich auf keiner Top Ten Liste zu finden sein wird und da auch nicht hingehört; wenn man nicht mal an den durchwachsenen Vorgänger heranreicht. Aber wer sowas wie Skinny Tiger and Fatty Dragon mag, kommt hier auch auf seine Kosten.