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Nachdem Sergio Garrone mit zwei Werken zuvor holprig bis äußerst durchwachsen in das Genre und überhaupt die Regiearbeit einstieg, lieferte er mit "Django il bastardo" den vermutlich besten Film seines Schaffens ab, das ab Mitte der 1970er Jahre ohnehin hauptsächlich dem eher obskuren Naziploitation-Genre verschrieben war.

Thematisch, stilistisch und atmosphärisch ähnlich gelagert wie der im selben Jahr entstandene „Satan der Rache“ muss der Film Vergleiche nicht scheuen und steht genanntem in nicht viel nach, außer dass er nicht Klaus Kinski aufbieten kann.

Ein ganz in schwarz gekleideter Fremder kommt in die Stadt und rammt in die Dorfplatzmitte ein Friedhofskreuz in den Boden: Darauf steht der Name des noch lebenden Opfers und das aktuelle Datum! Verdutzt über die Dreistigkeit des Neuankömmlings nimmt sich der Betroffene samt örtlicher Spelunken-Besatzung des Fremden an, doch dieser erteilt ihnen in - wie sollte es anders sein - blitzschneller Manier ihr blaues Bleibohnen-Wunder. Denn der Fremde ist Django und befindet sich auf einem erbitterten Rachetrip. In traumatischen Rückblenden erfährt der Zuschauer, dass Django und seine Kameraden, im Krieg noch in Diensten der Südstaaten, während einer scheinbar aussichtslosen Situation von ihren Offizieren im Stich gelassen und so von den Yankees überrannt wurden. Nach Jahren der Suche hat er endlich wieder diejenigen gefunden, die den Tod verdienen.

Gewiss, die Geschichte um den Einzelgänger mit Rachegelüsten ist nicht neu. Und dennoch funktioniert sie einmal mehr und es greift ein Rädchen in das andere. Die Vorgehensweise mit den Kreuzen zeugt von staubtrockenem Zynismus und lässt den geneigten Zuschauer frohlocken, wenn der örtliche Handwerker fragt, für wen denn das Kreuz sei und nach Auskunft verkündet, dass er in dem Fall gar von einer Bezahlung absieht. Zudem überzeugt die dreckig-düstere Atmosphäre, wenn den Verrätern von damals allmählich die Angst in die Glieder schießt, weil der schwarze Mann umher geht.

Mit dem Ur-Django Franco Nero lässt sich natürlich schlecht konkurrieren, aber Antonio De Teffè erfüllt den Part des desillusionierten seelischen Kriegsversehrten sehr solide und kommt ganz gut rüber, wenn er langsam drohend aufblickt unter seiner dunklen Hutkrampe und der Zuschauer schier durch seinen Blick das Bleigewitter aufziehen sieht. Neben der Tatsache, dass generell der Name Django im Zuge des großen Vorbildes wohl mal wieder dem damaligen Profit an der Kinokasse geschuldet ist, rührt der deutsche Titel "Django und die Bande der Bluthunde" zwar daher, dass sich unser Antiheld im Film unter anderen eben jener Gruppierung erwehren muss, doch spielen besagte Schergen eine recht untergeordnete Rolle und so hat sich "Django der Bastard" wie auch im Original auch hier und da bei uns durchgesetzt. Zudem beweist der Film mal wieder, dass zum Glück längst nicht alles was "Django" im Titel mit sich führt nur unbrauchbarer Plagiatismus ist.

Fazit: "Django il bastardo" ist straight, hart und geradezu prototypisch. Das mag Ende der 1960er Jahre vielleicht nicht mehr als ganz große Kunst angesehen werden, aber hier passt dennoch vieles zusammen und erfeut den Genre-Fan. (7/10)

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