Review

„Django – Dein Henker wartet“ ist ein ziemlicher langweiliger Italo-Western, der außer ein paar netten Schießereien nichts zu bieten hat:

Djangos Vater betrügt bei einem Geschäft den reichen Don Alvarez um 10.000 Dollar. Dieser setzt seinen Gefolgsmann Navarro auf Djangos Vater an, der ihn auch zur Strecke bringt. Als Django dies erfährt, schwört er Rache und verfolgt Navarro, um den Tod seines Vaters zu rächen und das Geld zu beschaffen. Währenddessen flüchtet Navarros Bruder Chico mit dem Geld und wird von Navarro verfolgt. In einer kleinen Stadt kommt es zum Duell zwischen Django und Navarro, der zuvor die Dorfbewohner erschossen hat, um zu erfahren, wer seinen Bruder auf dem Gewissen hat. Nachdem Django Navarro erledigt hat, begibt er sich auf die Suche nach dem Geld. Doch er ist nicht alleine, es streiten sich nämlich Django, Don Alvarez und Grey, der Mörder Chicos um das Geld...

Die Story hört sich schon etwas abstrus an und so ist sie auch wirklich. Anscheinend wurde versucht so viele verschiedene Personen auf 83 Minuten in den Film einzubringen, wie es nur möglich ist. So tauchen immer wieder verschiedene Leute auf, die aber eigentlich alle, auf kurz oder lang, ins Gras beißen müssen. Problematisch ist weiterhin, dass zwischen den zahlreichen, oft dilettantischen Schießereien quasi nichts passiert. So kommt einem der doch recht kurze Film unheimlich lang vor und der Zuschauer verspürt schnell Langeweile. Die Story dient einfach dazu, diese Schießereien zu verbinden. Auch wurde versucht dem Film eine humoristische Note zu verleihen. Dieses Unterfangen ging jedoch in die Hose, da die Gags einfach nicht zünden. Genauso frage ich mich, was dieser Besoffene in dem Film zu tun hat, der sehr oft durchs Bild torkelt. Passend zu dem lahmen Verlauf ist auch das Ende, hier wurde anscheinend versucht, durch eine unvorhersehbare Wendung Spannung hinein zu bringen. Doch es sieht einfach viel zu aufgesetzt aus, um glaubwürdig zu sein.

In diesem Film mimt Ivan Rassimov den Django. Er hat natürlich eine schwere Aufgabe, da er mit dem einzig wahren Django, Franco Nero, verglichen wird. Und in dem Vergleich zieht Ivan den kürzeren. Es fehlt einfach der gewohnte Zynismus, den man aus dem Django von 1966 kennt Doch er ist meiner Meinung nach, noch der beste Schauspieler in diesem Film. So sehen besonders die Nebendarsteller alle unmotiviert aus und stapfen mehr durchs Bild als zu schauspielern. Auch die Gegenspieler Djangos, die während des Filmes wechseln können nicht überzeugen.

Auf musikalischer Seite gibt es gewohnte Kost für den Western Fan. So sind einige Musikstücke wirklich gut gewählt und passen zu den gezeigten Bildern und versprühen etwas Dynamik. Doch leider sind nicht alle Stücke so gut. So bewirkt die Musik besonders in den zähen Teilen des Filmes durch ihre Monotonie, dass der Zuschauer kurz vor dem einschlafen ist.

Positiv hat mich die Kameraarbeit überrascht. Der Kameramann hat versucht aus dem Einheitsbrei vieler Western-Kollegen auszubrechen, indem er recht häufig auf Kamerafahrten, Schwenks, Brenweitenwechsel zurückgegriffen hat. Doch auch die schönen Bilder können den Film nicht besser machen.

Alles in allem ist dieser Django Film nicht zu empfehlen. Es fehlt ihm einfach an einer spannenden Story. Man hätte hier versuchen sollen, dass Augenmerk nicht auf die Schießereien zu legen, sondern auf eine ausgewogene Story. Auch Genrefans wird der Film wahrscheinlich nicht so gefallen.

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