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Tom Cruise spielt einen waghalsigen und ehrgeizigen Piloten, der zusammen mit seinem Navigator auf die Fliegerschule Top Gun geschickt wird. Dort beginnt für die beiden eine harte Ausbildung unter den besten Fliegern Amerikas. Dann verliebt sich der Draufgänger in eine Ausbilderin, gespielt von Kelly McGillis, und fordert den besten Piloten Top Guns, gespielt von Val Kilmer, heraus.

"Top Gun" hat nach wie vor einen relativ schlechten Ruf und gilt immer noch als Werbefilm für das amerikanische Militär, da das Projekt vom amerikanischen Verteidigungsministerium finanziell unterstützt wurde und die Navy ein paar Flugzeuge sponserte und stellenweise hat der Film durchaus einen faden Beigeschmack, wenn man sich die übertriebene Glorifizierung der militärischen Gemeinschaft, sowie der amerikanischen Piloten im allgemeinen mal so ansieht, aber das macht noch keinen ganzen Film schlecht, zumal ich Tony Scott (geborener Brite), der mit "Staatsfeind Nr. 1" später einen relativ kritischen Film und mit "Last Boy Scout" einen enorm zynischen ablieferte immer noch unterstelle, dass er, zumindest in Ansätzen diesen amerikanischen Patriotismus ganz unterschwellig parodiert, indem er so maßlos übertreibt, aber den Hintergedanken hatte wohl keiner der Kino-Gänger, was das beachtliche Einspielergebnis von 344 Millionen Dollar zeigt.

Nach seiner ersten größeren britischen Produktion "Begierde" war "Top Gun" Scotts erste Produktion in Amerika, die er direkt unter den Fittichen der Erfolgsproduzenten Jerry Bruckheimer und Don Simpson ablieferte und schon hier merkt man die Handschrift des Kult-Regisseurs mehr als deutlich. Scott setzt auch hier auf Hochglanzoptik mit hervorragenden Bildkompositionen, oftmals gegen das Licht fotografiert und auch die Action-Szenen sind auf hohem Niveau, wenn man das Alter des Films bedenkt. Neben der hervorragenden Optik und den aufwendigen Flugszenen ist es vor allem der kultige Soundtrack, dessen Songs man noch heute mit dem Film in Verbindung bringt, der jede Szene, egal ob Luftschlacht oder Liebesszene hervorragend untermalt, der "Top Gun" durchaus zu einem unterhaltsamen Film macht, der heute, wie damals gut unterhält, auch wenn Tony Scott im Laufe seiner Karriere einige bessere Filme wie "Crimson Tide", "Tage des Donners" oder "Der Staatsfeind Nr. 1" inszeniert hat. Längen gibt es kaum, da Scott das Erzähltempo relativ hoch hält und die Dramatik zunehmend steigert.

Tom Cruise, für den "Top Gun" einen erheblichen Karrieresprung darstellte, ist die Idealbesetzung für seine Rolle. Er ist sehr sympathisch, wirkt zu jedem Zeitpunkt leicht und locker, womit er sowohl die emotionaleren Szenen, als auch die Action-Sequenzen souverän meistert. An einem typischen Action-Helden wie Stallone, Schwarzenegger oder Segal in der Hauptrolle wäre dieser Film definitiv gescheitert, stattdessen hat man hier Cruise, dem die Figur des etwas zu selbstsicheren Piloten wie auf den Leib geschneidert ist. Val Kilmer, der hier ebenfalls noch am Anfang seiner Karriere steht, macht sich als cooler, vielleicht etwas zu herzloser Pilot ebenfalls ganz gut und auch die übrigen Darsteller überzeugen durchaus, so ist Kelly McGillis als Ausbilderin sehr sympathisch, Tim Robbins und Meg Ryan, die auch in ihren frühen Rollen zu sehen sind, spielen sehr souverän und mit Tom Skerritt, sowie Michael Ironside wird der gut besetzte Cast abgerundet.

Die Story verläuft leider zu gradlinig und ist zu simpel gestrickt, sodass der Film nicht die Größe eines "Der Stoff aus dem Helden sind" oder Ähnlichem erreicht. Die Handlung verläuft relativ glatt und diesen Eindruck macht auch der relativ plötzliche Tod des Navigators und besten Freundes der Hauptfigur nicht mehr zunichte. Zudem ist die Charakterkonstruktion viel zu flach und unglaubwürdig und enthält so ziemlich alle nur erdenklichen Heldenklischees, sowie das bereits erwähnte Hohelied auf das Militär.

Fazit:
"Top Gun" bietet gelungene Unterhaltung, was im Wesentlichen auf die optisch sehr versierte Inszenierung von Tony Scott, den kultigen Soundtrack, sowie auf den hervorragend besetzten Cast zurückzuführen ist. Dennoch stören sowohl die Glorifizierung des Militärs, als auch die absehbare, flache Handlung.

65%

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