"Einst war der Mensch mit den Wesen des Wasser verbunden. Sie
inspirierten uns. Sie sprachen von der Zukunft. Der Mensch hörte zu und
sie wurde Wirklichkeit."
Nach ein paar merkwürdigen Ereignissen stellt der Hausmeister Paul Giamatti fest, dass ein junges Mädchen aus einer anderen Welt gekommen ist, um das Leben der Menschen zu verändern. In seiner Anlage wohnt eine Person, die durch das Mädchen beeinflusst werden soll, sodass sie ein Buch veröffentlicht, dass so viele Menschen inspiriert, dass unser Planet gerettet wird. Allerdings gibt es bei ihrer Rückehr in ihre Welt einige Schwierigkeiten.
Nach den Erfolgen von "The Sixth Sense" und "Unbreakable" sagte man M. Night Shyamalan bei seinen weiteren Werken Abnutzungserscheinungen nach und meinte, dass sie immer schlechter würden. Shyamalan dachte sich wohl, dass es mal Zeit wäre, etwas ganz neues auszuprobieren und plante, ein Mystery-Märchen zu verfilmen. Der Film, der dabei herauskam ist in jeder Hinsicht einzigartig und innovativ, damit liegt er jenseits der kommerziellen Hollywood-Blockbuster. Shymalan selbst ist auf jeden Fall stolz auf sein Werk und landet einige Seitenhiebe auf die kommerziellen 0815-Hollywood-Streifen.
Aber diese Story ist viel zu weit überkonstruiert worden. Die vielen verschiedenen Wesen und ihre Beziehungen zueinander verwirren nur und die absolut abgedrehte Handlung lässt dem Zuschauer keinen Einstieg in den Film. Das Problem des Märchens ist, dass Shymalan versucht, zu viele Aspekte einzubringen, wodurch die Story aber leider endgültig ihre Faszination verliert. Die Charaktere sind sauber konstruiert und die Story mag auch Tiefe haben, aber so dick hätte Shyamalan nicht auftragen sollen.
"Die Welt der Menschen wurde gewalttätiger; es folgte Krieg auf Krieg,
denn es gab keine weisen Ratgeber, auf die man hätte hören können. Nun
versuchen die Wesen der Wasserwelt es erneut. Sie versuchen uns zu
erreichen."
Der Film läuft langsam an, beginnt dann aber, typisch für Shyamalan, Spannung aufzubauen. Doch in dem Moment, in dem mehr und mehr Figuren auftauchen und der Film immer unwahrscheinlicher wird, ist der Unterhaltungswert sehr niedrig. Zum Ende hin kann der Film nur noch langweilen. Das große Problem ist die absolut überdrehte Handlung. Manche sehen Gott durch ein Kreuzworträtsel, andere lesen auf Müsli-Packungen Hinweise über andere Welten. Der Film ist einfach lächerlich. Stellenweise wird "Das Mädchen aus dem Wasser" sogar emotional, doch in dem Moment, in dem der Funken überspringen könnte, kommt dann wieder die nächste dämliche Wendung.
Schade, dass die Story so schlecht ist, denn die Umsetzung ist gelungen. Man merkt, dass Shymalan sich Mühe mit dem Werk gegeben hat. Die Filmmusik ist subtil und steigert die Spannung. Die Kulisse ist düster und die Figuren sind visuell enorm beeindruckend. Die Atmosphäre ist entsprechend gespannt. Man hätte mit einer besseren Story wirklich mehr aus dem Streifen machen können. Schade!
"Doch ihre Feinde durchstreifen die Lande. Es gibt Gesetze, die dem
Schutz der jungen Wesen dienen, die geschickt wurden; doch sind ihre
Leben in großer Gefahr."
Paul Giamatti spielt die Hauptrolle ordentlich und mit Hingabe. Nachdem er bisher in den größeren Hollywood-Blockbustern nur Nebenrollen übernehmen durfte, war dies die große Chance, einmal richtig zu brillieren. Er nutzt diese Chance und zeigt, was in ihm steckt. Er leistet sich kaum Aussetzer und gestaltet den Film sehr emotional. Möglicherweise ist dies sein Durchbruch, zumal er 2006 eine Oscar-Nominierung erhielt. Shymalans Muse Bryce Dallas Howard spielt nach "The Village" wieder eine Hauptrolle in einem seiner Filme. Es ist durchaus geschickt, eine relativ unbekannte Darstellerin die Hauptrolle spielen zu lassen, da der Film mit einem Hollywood-Star in der Hauptrolle gescheitert wäre. Sie spielt gut und liefert nach "The Village" wieder eine überaus überzeugende Darstellung einer schwer zu spielenden Rolle ab. Sie wirkt die ganze Zeit über mysteriös und geheimnisvoll, ist aber gleichzeitig auch liebenswert und hilflos. Shymalan spielt selbst eine Nebenrolle, doch während er als Regisseur gute Arbeit leistet, versagt er als Darsteller total. Er verzieht kaum eine Mine, als Zuschauer kann man ihn einfach nicht ernst nehmen. Die übrigen Nebendarsteller leisten gute Arbeit.
"Und dennoch versuchen sie es: sie versuchen dem Menschen zu helfen. Aber der Mensch hat wohl vergessen, wie man zuhört."
Fazit:
Shyamalan schafft hier ein wirklich beispielloses und außergewöhnliches Werk. Mit einem Budget von 75 Millionen Dollar kann er einiges aus dem Film herausholen. Die Darsteller sind gut, genauso wie seine liebevolle und technisch brilliante Umsetzung. Das einzige Problem liegt in der innovativen, aber merkwürdigen und überdrehten Story. Entweder man mag den Film, oder man langweilt sich nur und ich gehöre zu den Letzteren. Aber dennoch: Auf jeden Fall ansehen, der Film liegt jenseits aller stereotypen Muster.