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Eine Gruppe junger Menschen, die sich über einen Internetclub kennen gelernt hat, machen Ferien an der Küste, denken nur an Sex und werden des Nachts von einem Killer heimgesucht. Das ist im Groben die Story von „Bloody Beach". Das kommt Einem irgendwie bekannt vor? Richtig, wurde doch das mittlerweile klassische „Freitag, der 13."-Motiv nur notdürftig variiert - so scheint es zumindest. Doch was sich zunächst als ein beliebiger und einfallsloser Neuaufguss zu gestalten scheint, hat doch noch etwas mehr zu bieten.

Gleich zu Beginn geht es schon einmal ordentlich zur Sache: nach 7 Filmminuten passiert der erste Mord im Zug. Das lässt doch schon einmal einiges erwarten. Doch leider nimmt sich „Bloody Beach" danach erst einmal eine Auszeit: Nach besagtem Mord dauert es bis zur Mitte des Films, bis mal wieder etwas passiert außer pubertären Spielchen und ebensolchen Gesprächen. Dann, nachdem die düstere Vergangenheit des Chatclubs dargelegt wurde - ein Mitglied namens „Sandman" beging angeblich aufgrund von Zurückweisung und kolportierten psychopathischen Charaktereigenschaften Selbstmord - wird die Spannungsschraube angezogen und es gibt einige recht brutale Morde zu sehen. Der Plot offenbart jedoch auf einer 2. Handlungsebene zugleich sozialkritische Untertöne über Anonymität, Isolation und parasoziale Beziehungen, welche neben den Möglichkeiten, die das World Wide Web bietet auch eine Gefahr darstellen. Doch auch ohne diese Denkanstöße wirkt „Bloody Beach" wie eine reifere und ernsthaftere „Freitag, der 13."-Variante aus Fernost. Da seien auch die banale Ausgangsidee, einige Längen und undurchsichtige Wendungen vor der Identifizierung des Killers großzügig vergeben.

Fazit: Die südkoreanische Antwort auf „Freitag, der 13." überzeugt durch eine ordentliche Dramaturgie, einem ausgeprägten Spannungsbogen und blutige Effekte. „Bloody Beach" ist meiner Meinung nach kein Film, der das Slasher-Genre wirklich neu erfindet, aus den (größtenteils) alten Ideen aber alles herausholt. Die unterschwellige Medienkritik verleiht dem vorsätzlich um Seriosität bedachten Werk die notwendige Würde.

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