Regisseur Kim In-soo (Danger Water Level, After Midnight) hat das typische Slasherkonzept genau übernommen, immerhin darf ein wenig Medienkritik mit einfließen. Trotzdem ist "Bloody Beach" reine Fließbandware mit zuviel Leerlauf. Desweiteren wäre es dem Zuschauer sehr hilfreich gewesen, wenn das DVD Label I-ON New Media auch die vielen geschriebenen Texte im Chat übersetzt hätte, denn mein koreanisch ist etwas eingerostet. Scherz beiseite, einige Handlungselemente werden dem Zuschauer so vorenthalten.
Sie kennen sich nur aus dem Chat, dennoch beschließt die neunköpfige Truppe einen Urlaub in einem idyllisch gelegenen Ferienhaus am Meer zu machen. Die Frage, warum doch nur acht Leute auftauchen ist schnell vergessen, denn man amüsiert sich bei schönstem Wetter. Doch immer wieder erinnert man sich an "Sandmanzz", er wurde von allen aus der Chatgruppe geekelt und kam vor einiger Zeit bei einem Unfall ums Leben. Doch plötzlich beginnt in der achtköpfigen Gruppe eine blutige Mordserie und man ist sich nicht mehr sicher, ob "Sandmanzz" sich nun für die damaligen Frotzeleien rächen will.
Die Kritik wirkt nicht aufgesetzt, es gab jüngst einige Verbrechen, die im Internet ihren Ursprung fanden. Man kann sich dort ausgeben, als was man will, so entpuppt sich zum Beispiel ein Mitglied der Truppe als Mädchen, gab sich im Chat aber als Junge aus. So nützlich es sein mag, gerade als Kommunikationsmittel, so birgt das Internet auch viele Gefahren. So haben wir hier eine Chatgruppe, bestehend aus neun Mitgliedern, ehemals zehn rechnet man den scheinbar verunglückten "Sandmanzz" mit ein. Gleich zu Beginn ein recht atmosphärischer Mord, so ist der Grund warum sich nur acht Personen im Ferienhaus treffen geliefert. Doch dann schaltet Kim In-Soo erstmal in den Leerlauf, es steht ein Tauchgang auf dem Programm, der fast tragisch endet und die üblichen Teeniespielchen samt einem Quickie im Auto. Dabei ergibt sich das übliche Problem, es passiert nichts, die Spannung rutscht in den Keller und die Charaktere bleiben trotzdem oberflächlich. Schließlich dürfen ein paar Streitereien nicht fehlen und der Täter steht schon im Vorhinein fest. Man darf sich nur die Frage stellen, ob der "Sandmanzz" der seltsame Typ mit dem Motorrrad ist, oder ob er sich schon innerhalb der Gruppe befindet.
Doch man muss sich wirklich gedulden, bevor "Bloody Beach" endlich in die Pötte kommt. Das Strandhaus entpuppt sich dabei als Todesfalle, denn niemand kennt die Adresse, so schlägt das alarmieren der Polizei schon mal fehl und ausserdem liegt man fernab jeglicher Zivilisation. Kim In-Soo gelingt es die Spannungsschraube auf ein solides Maß anzuziehen, auch verlaufen die Morde abwechslungsreich. Während es mit einer gruseligen Vorbereitung nicht immer klappt, so wählt der Killer stets eine andere Waffe. Messer, Astschere, ein Beil und ein Opfer wird auch mit dem Auto überfahren. Dabei darf das Blut ordentlich sudeln, erfreulicherweise sieht hier alles handmade aus. Die finale Auflösung sorgt noch für eine handfeste Überraschung und das Ende ist mal wieder offen. Ein dickes Manko bei "Bloody Beach" sind die Darsteller. Von mies bis allerhöchstens durchschnittlich reichen die Leistungen und der Score hält auch ein paar sehr unpassende Melodien parat.
Auch "Bloody Beach" ist nicht mehr als typische Dutzendware. Eine passable Story mit finaler Wendung und ein wenig Medienkritik, leider nach gelungenem Start zu schnarchig umgesetzt. Ein paar blutige Morde inklusive spannender Sequenzen darf es geben, doch bis dahin ist es ein weiter Weg, trotz kurzen 85 Minuten Laufzeit. Insgesamt trotzdem gut ansehbar, wenn man über die unterirdischen Darsteller hinwegsieht.