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Oliver Stone, selbst Vietnam-Veteran, präsentiert mit "Geboren am 4. Juli" einen der glaubwürdigsten und eindringlichsten Anti-Kriegsfilme überhaupt. Er erzählt die Geschichte des jungen Amerikaners Ron, der sich voller Kampfesgeist freiwillig zum Einsatz in Vietnam meldet. Dort erlebt er die Hölle des Krieges, das Sterben von Frauen, Kindern und Kameraden. Als querschnittsgelähmter Invalide kehrt er in seine Heimat zurück, vermag in einer zunehmend feindlich gesinnten Gesellschaft aber keinen Rückhalt mehr zu finden. Auch seine Familie distanziert sich zusehens von ihm...

Man mag von Tom Cruise halten was man will, aber in "Geboren am 4. Juli" liefert er eine wahrlich beachtliche Leistung ab. Sein leidvoller Wandel vom idealistischen Freiwilligen zum engagierten Kriegsgegner wird von Stone nüchtern und ehrlich in Szene gesetzt. Ruhige Bilder, starke Charaktere und unangenehme Blicke auf einen sinnlosen Krieg zeichnen Stones einfühlsames Drama aus. Anders als in "Platoon" steht Action hier klar im Hintergrund. Nur wenige Filmminuten zeigen den Krieg in Vietnam, überzeugen dafür jedoch mit tollen Bildkompositionen und realistisch anmutenden Kriegszenen fernab von hollywood-typischem Heldentum.

Bis in die kleinsten Nebenrollen hochklassig besetzt, toll inszeniert und zutiefst ehrlich: "Geboren am 4. Juli" berührt und kann durchaus als Idealbild des leider doch oftmals eher mißbrauchten Begriffs "Antikriegsfilm" angesehen werden.

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