DARK – DARKEST – DARKO – das verspricht der Trailer. Dem kann ich nicht zustimmen, denn „Donnie Darko“ hat durchaus auch witzige Momente und überzeugt sowohl als intensives Psycho-Drama mit absurdem Humor als auch als beklemmend-spannender Mystery-Thriller. Angesichts der Brillanz des Films wundert es, dass „Donnie Darko“ hierzulande erst gar nicht ins Kino kam, sondern mit 2 Jahren Verspätung Direct-to-DVD veröffentlicht wurde. Mittlerweile hat er sich zum Kultfilm gemausert und besitzt einen großen Fanclub – und das aus einem guten Grund: „Donnie Darko“ ist ein Höhepunkt der Mystery-Welle.
Zur Story: Donnie Darko (Jake Gyllenhaal, bekannt aus „The Day After Tomorrow“) leidet unter paranoider Schizophrenie. Sein neuester „Freund“ ist Frank – ein Mann in einem Hasenkostüm. Dieser sagt ihm das Ende der Welt voraus und rettet ihm das Leben. Deswegen leistet Donnie seinen Anordnungen folge, welche immer weiter ausarten…
Regisseur Richard Kelly gelang es, ein brillantes und vor allem originelles Drehbuch in einen düsteren und mysteriösen Thriller um Zeitreisen und die Apokalypse zu verpacken. Obwohl der Film für eine solche Story noch etwas zu konventionell und dialoglastig umgesetzt wurde, überzeugt er doch durch eine fesselnde Hochspannung durch den ganzen Film hindurch. Die verschrobenen Figuren und surreal bis psychedelisch wirkende Bilder von Visionen und Zeitraffern tun mit der genial hypnotischen als auch aufwühlenden und dumpfen Musik von Michael Andrews (der zusammen mit Gary Jules auch den Titelsong „Mad World“ beisteuerte) ihr Übriges, um die Suspense noch zu steigern und die düstere Grundstimmung des Films noch weiter zu schüren. Zugegebenermaßen ist die bedeutungsschwangere Inszenierung nicht jedermanns Geschmack, das Finale fällt dann aber auch nicht enttäuschend, sondern endlich einmal überraschend und interpretierbar aus. „Donnie Darko“ ist endlich einmal ein anspruchsvoller und origineller Mystery-Film, der zum Nachdenken anregt und das Gehirn des Zuschauers nicht von vornherein ausschaltet. Davon können sich Filme wie „Signs –Zeichen“ und „The Village“ eine Scheibe abschneiden.
Die Darsteller überzeugen durch die Bank, obwohl nur sehr wenige große Namen unter ihnen zu finden sind. So spielt Jake Gyllenhaal Donnie Darko, Drew Barrymore seine unkonventionelle Literaturlehrerin, Maggie Gyllenhaal seine verängstigte Mutter und „Dirty Dancer“ Patrick Swayze einen pädophilen Selbstfindungs-Guru (!).
MYSTERIÖS – MYSTERIÖSER – DONNIE DARKO – so müsste es richtig heißen. Ein Film, der umso besser wird, je öfter man ihn sieht. Ich habe ihn bisher 4 oder 5mal gesehen und immer noch nicht zu 100 % verstanden. Aber gerade deswegen ist der Film so gut. Oder bezweifelt jemand, dass „2001-Odyssee im Weltraum“ ein Meisterwerk der Kinogeschichte ist, obwohl man 10 Anthropologen und Philosophen hinzuziehen muss, um ihn vollständig zu verstehen...?