Was würden Sie tun, wenn Ihnen ein überdimensionales Karnickel erzählen würde, dass in 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden die Welt untergeht? Richtig! Sie fragen: „Wieso?“ Das ist zumindest die Reaktion, die Sie zeigen, wenn Sie Donnie Darko heißen.
Donald „Donnie“ Darko scheint auf den ersten Blick ein ganz normaler Teenager aus einer amerikanischen Vorstadt zu sein. Doch der erste Schein trügt. Er ist aufgrund seiner schweren psychischen Probleme, die ihn bereits seit einigen Jahren verfolgen, in psychiatrischer Behandlung. Und diese Probleme verschlimmern sich, als ihm Frank, der in einem Hasenkostüm steckt, regelmäßig erscheint und ihn zu zerstörerischen Taten anstachelt.
Was im ersten Augenblick nach einem mittelmäßigen Teenie-Film klingen mag, entpuppt sich als hervorragender Mystery-Thriller. „Donnie Darko“ erscheint von Beginn an als düster gehaltener Film, was nicht zuletzt durch einen sehr gut agierenden Jake Gyllenhaal zur Geltung kommt. Neben dem Jungstar, der alleine schon durch seinen psychopathischen Blick zu überzeugen weiß, spielt Drew Barrymore einen guten Part in ihrer Nebenrolle als Donnies Lehrerin.
Doch nicht der schauspielerischen Leistung der Haupt- und Nebendarsteller ist im Falle von Richard Kellys Werk der Hauptverdienst am Erfolg von „Donnie Darko“ anzurechnen, sondern eher den erstklassigen visuellen Effekten, die verstreut über den ganzen Film ihre ganz eigene Botschaft vermitteln wollen. Sie halten den Film während der gesamten Spielzeit in einer wunderbar düsteren Stimmung und rufen dem Zuschauer immer wieder in Erinnerung, dass das Ende der Welt nah ist. Unterstützt werden die visuellen Effekte durch eine sehr gute Auswahl der musikalischen Untermalung der einzelnen Szenen, sodass sich dem Publikum ein rundum gelungenes Endwerk präsentiert.
„Donnie Darko“ ist definitiv nicht als ein „Feel-Good-Movie“ zu bezeichnen, diesen Anspruch wollten die Filmemacher offensichtlich auch zu keinem Zeitpunkt erfüllen. Der Film wirft auch noch Stunden nach seinem Ende immer wieder Fragen auf, die nur schwer zu beantworten sind. Und gerade das macht „Donnie Darko“ zu dem, was er ist: Ein hervorragender Thriller, der durch ein gut durchdachtes Drehbuch, sehr gute Darsteller und letztlich hervorragende Regie- und Kamera-Arbeit in den Top-Listen dieses Genres anzusiedeln ist. Richard Kellys Film fehlt nicht sonderlich viel, um ihn als „perfekt“ zu bezeichnen, daher erhält er von mir 9 von 10 Punkten.