Review

"Wieso hast du dieses blöde Hasenkostüm an?
Wieso hast du dieses blöde Menschenkostüm an?"

"Donnie Darko" ist eine weitere Auskopplung des 2001 noch hochaktuellen Mystery-Genres. Es geht um den 16 jährigen Donnie Darko, der eine schwierige Pubertät durchlebt. Durch eine psychische Krankheit erschafft er sich den imaginärer Freund Frank, ein Mensch in einem verängstigendem Hasenkostüm. Eines Tages rettet Frank Donnie vor einem, in sein Zimmer fallendem, Flugzeugtriebwerk und warnt vor dem in knapp 30 Tagen drohendem Weltuntergang.

Was als Familiendrama beginnt, wird nach und nach zu einem Einzelgänger-Mystery-Psychothriller.
Es gibt ein paar schaurig / gruselige Momente, vorwiegend dann, wenn Donnie mit seinem imaginären Freund Frank spricht. Diese Momente sind sehr atmosphärisch und wohl das beste an diesem Film.
Die Erzählung selbst erstreckt sich sehr schleppend und zäh bis hin zu langweilig und monoton. Selten passiert etwas, Abwechslung sucht man vergeblich. Dadurch bleibt die Spannungskurve durchgängig auf einer Ebene.

Von meiner Sichtweise enthält der Film eine schwache psychologische Studie. Ein Mensch der unter paranoider Schizophrenie leidet ist ist viel ängstlicher und schwer zugänglicher als es mit Donnie Darko dargestellt wird. Gerade im Alltag geben sich diese Menschen extremst als Außenseiter, haben sehr wenige Freunde und diese für gewöhnlich auch nur für kurze Zeit. Sie öffnen sich nicht gegenüber anderen Menschen und bleiben verschlossen. Gerade im Teenageralter dürfte dies noch schlimmere Auswirkungen haben.
Im Endeffekt komme ich zum Schluss, dass der Hauptprotagonist nicht wirklich unter dieser Krankheit leidet, was ich in meinem späteren Lösungsvorschlag erläutere.

Die musikalische Untermalung will so garnicht zu einem Mystery-Thriller passen. Gerade zu Beginn bekommt man häufig poppige Songs um die Ohren gehauen.
Es gibt einige Zeitraffer und Slow-Mo Effekte. Diese erzeugen eine Verstörung der wirklichen Welt und passen somit recht gut zur Darstellung der Welt eines psychisch Kranken, kommen aber leider ein wenig häufig vor und wirken dadurch auf Dauer eintönig.

Der Cast hat mich ein wenig verwundert. Patrick Swayze hüpft als jugendhafter, flippiger religiöser Anhänger umher, Drew Barrymore als ruhige, beinahe emotionslose Lehrerin. Letztere ist leider nur Schmückwerk und hat hier keine wirklich tragende Rolle.
Von Maggie Gyllenhaal (mir bekannt aus "Adaption", "Schräger als Fiktion" und "World Trade Center") habe ich mehr erwartet. In dem neuen Batman hat sie hoffentlich die nötige Screentime und Möglichkeit sich besser einzugliedern.
Einzig Jake Gyllenhaal als Donnie Darko selbst kann hin und wieder durch ernste, traurige oder verstimmte Mimik überzeugen, was teilweise leider auch zur Belustigung führt.
Komplett fehlend ist die Sympathieentwicklung zu den Figuren. So richtig mit jemandem identifizieren oder lieb haben kann man hier niemanden.

Da es viele Diskussionen und Interpretationen zum Schluss des Filmes gibt präsentiere ich zur allgemeinen Verdeutichung des Reviews meine eigene. Der nächste Absatz enthält also Spoiler zum Ende und Plot des Filmes und sollte nur von denjenigen gelesen werden die den Film schon kennen sonst geht die Überschaung zum Schluss verloren.
Zuerst einmal die Fakten:
- Ein Flugzeugtriebwerk fällt durch ein Wurmloch in die Vergangenheit, daher bleibt das restliche Flugzeug nicht auffindbar.
- Donnie ist nicht gerne alleine, er hat Angst vor der Einsamkeit.
- Franks angekündigter Weltuntergang ist der Untergang von Donnies Welt. Er verliert seine Familie durch den Flugzeugabsturz, seine Freundin durch den Autounfall. Aber dies kann er verhindern indem er einen Eingriff in der Vergangenheit vornimmt.
Ich sehe den Film so, dass Donnie nicht gestört ist sondern hellseherische Fähigkeiten, verdeutlicht durch den imaginären Frank, hat (man beachte das anfängliche Zitat). Als er am Abend wo das Triebwerk in sein Zimmer fällt im Bett liegt hat er eine Vision und sieht die zukünftigen Abläufe. Er sieht wie sich seine Wünsche erfüllen, er etwas gutes tun kann, aber auch wie die, die er am meisten liebt sterben. Um dies zu verhindern bleibt er im Bett liegen und lässt sich vom Triebwerk erschlagen. Durch seinen Tod wird seine Familie nicht weg fliegen und nicht mit dem Flugzeug abstürzen. Ebenso seine Freundin, die ihn durch seinen verfrühten Tod nie kennenlernt, wird leben. Und Donnie selbst entgeht seiner Angst vor der Einsamkeit.
Es gäbe noch die Möglichkeit, dass Donnie aus der Zukunft zurück reist, aufgrund der Zeitlinien Theorie und das es Donnie dann zweimal geben müsste erspare ich mir allerdings groß angelegte Erklärungen.

Ein paar atmosphärische Momente und ein zum nachdenken anregender Schluss macht für mich leider keinen guten Film. Unpassende Musik und insbesondere der zähe Erzählfluss trüben das Gesamtergebnis.

3 / 10

Details
Ähnliche Filme