Ja, es gibt sie noch, diese kleinen Filme, die eigentlich kaum einer kennt und welche sich dann später als echte Kracher entpuppen. Genau so ein Film ist „Donnie Darko“.
2. Oktober 1988, in einer amerikanischen Kleinstadt. Hier lebt Donnie Darko (Jake Gyllenhaal), auf den ersten blick ein normaler Teenager. Doch Donnie schlafwandelt, hat psychische Probleme und sitzt deshalb öfters bei seiner Psychologin und schluckt Tabletten. Ferner leider Donnie auch an Schizophrenie.
In der Nacht weckt plötzlich eine Stimme Donnie aus seinem Schlaf. Donnie verlässt das Haus und trifft draußen auf eine merkwürdige Gestalt im Hasenkostüm, die sich Frank nennt.
Frank erklärt Donnie, dass in genau 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und in 12 Sekunden die Welt untergehen wird. Donnie erwacht auf einem Golfplatz und hat genau die oben genannten Zeiten aus seinen Arm.
Zu Hause gab es jedoch ein Unglück. Eine Flugzeugturbine ist genau in Donnies Zimmer eingeschlagen, keiner weiß, woher sie kommt, selbst die Leute von einer Art Luftfahrtbehörde wissen es nicht.
Nun beginnt man sich Fragen zu stellen. Wer ist Frank? Hat er Donnie gerettet? Auf den ersten Blick scheint es so, doch unter Franks Einfluss verändert sich Donnie, wird aggressiver und fängt an, Straftaten zu begehen. Welchen Sinn haben diese Taten. Und was passiert jetzt am 30. Oktober...?
Ab und zu gibt es diese Filme noch. Filme dieser Art, über de man sich lange noch den Kopf zerbrechen kann und jeder seine eigene Interpretation hat, wie man den Film jetzt auffassen soll. Auch wenn es genug Hinweise zum Film gibt, gegen Ende steht der Zuschauer erst mal alleine da und muss sich durch den Kopf gehen lassen, was er da gerade gesehen hat. Eine Erfahrung, die jeder Mal mit „Donnie Darko“ machen sollte.
Der Hauptdarsteller ist brillant, anders kann man es nicht sagen. Selten hat man einen Jungschauspieler gesehen, der eine Filmfigur so verkörpert. Jake Gyllenhaal scheint wie geschaffen für die Rolle des Donnie Darko, eine andere Person kann man sich nicht vorstellen. Die Gestiken und Mimiken, alles bringt Gyllenhaal perfekt rüber. Vielleicht sein Sprungbrett für mehr.
Wie soll man den Film einordnen? Erst mal befindet man sich in einer, wie so oft, wunderbar kitschigen amerikanischen Kleinstadt incl. einem Typen aus dem Fernsehen, der viel über Angst und Freundschaft erzählt, dabei eigentlich nur ans Geld denkt und ihm trotzdem viele Bürger hinterherlaufen. Doch der Film bleibt nicht so typisch amerikanisch oder gar patriotisch, wie diverse amerikanische Filme, es gibt ja Donnie Darko, der doch so oft, sei es auch mit unkonventionellen Wörtern, dazwischen haut. Kritik am amerikanischen Leben wird hier laut.
Der Humor kommt hier nicht so kurz (sehr geil, Donnie in Hypnose und seine Fantasien mit Christina „Kelly Bundy“ Applegate), trotzdem bleibt „Donnie Darko“ ein meist düsterer Film. Der Zuschauer muss Dinge über sich ergehen lassen, die ich auf Grund der Spannung hier nicht nennen will, man fragt sich, warum tut Donnie das, und gleichzeitig fiebert man dem 30. Oktober entgegen, der Tag, an dem die Welt angeblich untergehen soll. Und natürlich dieses Etwas Frank, dessen Stimme immer aus den Rearspeakern dringt.
Fazit: Was soll man groß schreiben, man muss den Film selber sehen, doch es reicht sicherlich nicht ein Mal, „Donnie Darko“ muss man öfter sehen, um zumindest vieles zu verstehen und seine eigene Theorie zu entdecken. Jedenfalls ist „Donnie Darko“ ein erfrischender Film neben den ganzen lästigen amerikanischen Blockbuster, wie geschaffen für das amerikanische Volk, ja das Hirn nicht zu benutzen. Vielleicht war „Donnie Darko“ auch deshalb kein Erfolg in den USA, für die meistens Amerikaner sicherlich zu anstrengend. Doch International ist der Film ein Erfolg und das hat er sich auch verdient.