Im Jahre 2000 war es, als ein Riesenpublikum sich über eine Filmparodie erfreute, die all die gruseligen und blutigen Slashermovies durch den Kakao zog, die nach "Scream" aus dem Boden sprossen. Unter dessen ursprünglich angedachten Titel "Scary Movie", konnten die, bis dahin noch relativ unbekannten, Wayans-Brüder einen Mega-Erfolg feiern und das obwohl der Film eigentlich vollgestopft war, mit dem, unter Filmfreaks eigentlich relativ verpönten, Fäkalhumor. Aber das Timing stimmte einfach und somit konnten selbst die derbsten Witze noch zünden, da sie einfach größtenteils passend platziert waren und ins Schwarze traffen. Nur ein Jahr später machten sich die Brüder daher noch einmal an die Veralberung all möglicher Hollywood-Streifen, dieses mal hauptsächlich Haunted House-Movies und Blockbuster. Und plötzlich konnte gar keiner mehr darüber lachen. Warum bloß? Das will mir persönlich jedenfalls nach wie vor nicht ganz klar werden. Denn im Grunde steht "Scary Movie 2" seinem wunderbaren Vorgänger in kaum etwas nach.
Storymäßig ist "Scary Movie 2" dabei natürlich genauso dünn wie der Vorgänger und kann allerhöchstens als Aufhänger für die Gags herhalten. Ganz grob umrissen handelt die Geschichte erneut von Cindy Campbell und ihren (teilweise eigentlich schon toten) Freunden, die von einem schmierigen Professor in ein Gruselschloss geladen werden, welches natürlich einige Geister beinhaltet, die den Eindringlingen an den Kragen wollen. Und das wars dann im Grunde auch schon, denn wesentlich mehr Geschichte gibt es nicht und dürfte auch kaum von jemanden erwartet worden sein, der bereits den ersten Teil gesehen hat. Logik, Tiefgang, Sinn und Verstand sind hier nicht vorhanden, es regiert der absolute Blödsinn, der aber auch dieses mal wieder unglaublich komisch und detailverliebt ist.
Denn natürlich kommt es bei einem "Scary Movie"-Film hauptsächlich auf den Spaß an und die Parodien. Und da kann man nur sagen, dass die Wayans auch hier wieder größtenteils alles richtig gemacht haben. Die parodierten Filme reichen von Blockbuster-Filmen, wie "3 Engel für Charlie", "Titanic" oder "Hannibal", über und Haunted House- und Geister-Movies wie "Das Geisterschloß" oder "Schatten der Wahrheit", bis hin zu eiskalten Horrorklassikern wie "Der Exorzist" oder "Poltergeist". Vor absolut nichts machen die Wayans-Brüder hier halt, alles wird aufs respektloseste verarscht.
Und das es dabei nicht gerade sanft und harmlos zur Sache geht, dürfte kein Wunder bei den Brüdern sein. Und somit drehen Keenen Ivory, Shawn und Marlon die Derbheitsstufe auf volle Kanone und präsentieren ein Gagfeuerwerk der zotigsten, dabei aber dennoch unglaublich witzigen Sorte. Angefangen über die Kotzfontänen bei der (köstlichen) Parodie auf "Der Exorzist", über allerhand Ficki-Witze in Form eines notgeilen Geistes, der es unsichtbar mit eines der Mädels treibt, bis hin zu stark politisch unkorrekten Gags über einen (zu) sehr an sich selber glaubenden Rollstuhlfahrer und einem ekligen Butler mit einer verkrüppelten Hand. Wirklich jeder Gag in diesen Streifen ist rüpelhaft, ferkelig oder schlicht und ergreifend deftig.
Dennoch kann man sich darüber köstlich amüsieren, sofern man sich auf die Gags von vorne herein einlässt und natürlich die entsprechenden Filme kennt und die Parodie begreift. Denn wie schon beim Vorgänger, so schaffen es die Macher auch hier ihre deftigen Gags gut zu präsentieren, mit allerhand absurden Ideen vollzustopfen und ihn fast immer voll ins Schwarze treffen zu lassen. Zwar schlagen sie hier mit ihrem Humor schon ab und an mal über die Stränge, so ist z. Bsp. die Szene in der der Butler das komplette Essen versaut doch sehr gewöhnungsbedürftig, genauso wie die Szene in der sich der Rollstuhlfahrer selber einen bläst. Doch alles in allem ist der Humor ganz genau von der selben Sorte, den auch schon der Vorgänger zu bieten hatte und somit ist es, aus meiner Sicht, nach wie vor verwunderlich, dass dieser nun auf einmal so schlecht angekommen ist. Aber nun gut.
In Sachen Inszenierung hat man sich ebenfalls viel Mühe gegeben. Das spukige Haus sieht schön gespenstisch aus und die Ausstattung, sowie die gute Musik und die tollen Effekte können sogar für ein wenig Atmosphäre gut sein, auch wenn es darauf hier natürlich nicht unbedingt ankommt.
Und zu den Darstellern sei noch gesagt, dass sie ihre Sache allesamt ganz gut machen, auch wenn es natürlich nicht unbedingt über typisches Teenie-Niveau hinausragt. Anna Faris und Regina Hall, die einzigen die ja bis jetzt in jedem Streifen der Reihe antraten, sind natürlich, genauso wie Tori Spelling und Kathleen Robertson, schick anzusehen, doch wirkliche Schauspielerei sieht anders aus. Etwas besser sind da schon die Gebrüder Shawn und Marlon Wayans und die wenigen großen Namen wie Tim Curry, Chris Elliott und James Wood spielen den Rest natürlich mühelos an die Wand. Aber unterm Strich reichen die Leistungen aller Protagonisten, für so einen Film, immer noch aus.
Fazit: Auch "Scary Movie 2" ist ein höllisch witziges Filmparodienspektakel geworden, das allerdings wieder nur über eine sehr dürftige Story verfügt und auch keinen einzigen Gag besitzt der auch nur Ansatzweise so etwas wie Niveau hat. Dafür trifft aber die deftige Kost größtenteils korrekt ins Schwarze und durch gutes Timing und gelungenes Zitieren aller möglichen Filme, weiß auch dieser Teil noch einmal sehr gut zu unterhalten, sofern man etwas mit deftigen Scherzen anzufangen weiß und über den ein oder anderen Blindgänger hinwegsehen kann. Jedenfalls ging es nach diesem Part, trotz der Abgabe an Comedygenie David Zucker, doch spürbar bergab mit der Reihe und man kann nur hoffen, dass die Gebrüder, nach ihrem ebenfalls recht witzigen "White Chicks", mal wieder auf der Leinwand zu sehen sind. Lustig wäre es allemal!
Wertung: 8/10 Punkte