Review

Ein abgelegenes Haus, ein Gruppe von Twens und ein schwarzmagisches Buch, das einen uralten Dämon zum Leben erweckt. Die frappierende Ähnlichkeit zu „Tanz der Teufel“ ist nicht zu übersehen, auch wenn das Endergebnis eher wie Tromas „Hexenhaus – Blut für Zombies“ anmutet.
F-Filmer (mal so als eingeschätzte Kategorie) Jay Lee hat hier wahrlich nichts Innovatives hingezaubert, doch die Inszenierung ist teilweise so dilettantisch ausgefallen, dass man streckenweise schon wieder Spaß haben kann.

Zumindest weiß Lee, welche Zutaten ein zeitgenössischer Horrorstreifen benötigt, so lässt er innerhalb der Eingangssequenz erstmal eine Gruppe junger Frauen blank zeihen, weil das im Zuge eines Opferrituals mit Jungfrau wohl notwendig scheint.
Auf diesem Ritualplatz wurde sehr viele Jahre später ein Haus gebaut, wo in einer Gewitternacht ein Kind starb und die Mutter unter mysteriösen Umständen verschwand.
Jetzt, wieder Jahre später, will ein Makler das leerstehende Gebäude auf Vordermann bringen lassen und benötigt dabei den Putzdienst unserer potentiellen Opfer.
Prompt wird im Keller des Hauses ein Ritualbuch gefunden und dummerweise laut daraus vorgelesen…

Kürzen wir die Sache ab: Die ersten 70 (!) Minuten gestalten sich kaum unterhaltsam und unterliegen dem spannungslosen Reihum-Tod durch eine Dämonenfrau.
Von den Figuren erscheint niemand sonderlich interessant, da gibt es mal wieder die vernünftige Heldin, ihren zielbewussten Bruder, das Luder und ihren eifersüchtigen, egozentrischen Freund, den Dauerbekifften und den mit den psychologisch - philosophischen Weißheiten.
Dazu kommt der schmierig arrogante Makler (eigentlich die interessanteste Figur, weil treffend überzeichnet) und seine Assistentin.

So folgen die Leutchen die meiste Zeit ihren Klischeevorgaben, es gibt Streit, man beschwichtigt, man dönert, ist stark von sich überzeugt und ist voll von Drogen.
Nur am Rande werden übersinnliche Erscheinungen ins Spiel gebracht, wie die Dämonenfrau, die kurz als Spiegelbild erscheint oder eine weinende, auf dem Boden kauernde Frau, die genauso schnell verschwindet, wie sie auftaucht.
Bis das erste Opfer dran glauben muss, vergeht einfach zuviel Zeit.

Dann allerdings kommt ein (un)freiwilliger Fun-Faktor ins Spiel, der auf den unglaublich miesen Effekten beruht.
Wenn da einer ins Loch gezogen wird und ihm anschließend die Gedärme aus dem Mund laufen, sieht das so aus, als wäre man mit Stop-Motion an die Sache herangegangen. Dass die Innereien nicht wie solche aussehen, sondern eher wie Latexklumpen mit Tomatensoße, kommt erheiternd hinzu.
Witzig sind auch die revolutionär schlechten Computereffekte, wie die ins Geschehen überblendeten Greifarme, umherschwirrende Lichter oder dieser Effekt, als einer im Kaminschacht reingeweht wird und die Dämonenfrau ein paar Gegenstände hinzufliegen lässt, damit der sein Gesicht entstellt bekommt.
Herrlich doof.

Nur leider schlagen die Dämonenfrau und die daraus resultierenden charmant fiesen Effekte nicht allzu häufig zu und so kommt es erst mit dem Erscheinen eines Zombies zur stimmungsmäßigen Wendung.
Plötzlich bemühen sich die letzten Überlebenden größtenteils mit Erfolg um Wortwitz, etwa, als sich einer fragt, ob es denn die „alten“, schleichenden Kreaturen sind, oder die schnellen, modernen. Auch unsere Heldin bekommt plötzlich eine neue Facette, ihre rationale Art weicht einem fast temperamentvollen Ausbruch an Sarkasmus, was während der letzten Minuten durchaus Freude bereitet.

Schade, dass man so spät diesen Bogen einschlägt, dann hätte daraus durchaus ein Pendant zu „Shaun of the Dead“ entstehen können.
So bleibt es allerdings die überwiegende Zeit ein austauschbarer Dämonenhorror mit langweiligen Stereotypen, die kaum brauchbare Sprüche liefern.
In entsprechender Bier- und – Partylaune könnte man sich aber durch die naive Inszenierung der Effekte bis zum ansprechenden Showdown die Zeit vertreiben, - dann auch halbwegs unterhaltsam, sofern man denn Trash dieser Art mag.
6 von 10

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