Review

Gesamtbesprechung


Inhalt:

Japan im 17. Jahrhundert. Seit der Schlacht von Sekigahara im Jahre 1600 und der Auslöschung des Clans Toyotomi Hideyoshis im Jahre 1603, regiert die Dynastie der Tokugawa mit ihrem ersten Shogun Ieasu das Land mit eiserner Faust.
Und seit dem Jahre 1623 unter Shogun Iemitsu ist das Land von allen äußeren Einflüssen abgekapselt, alles Fremde wird unterdrückt, so auch die christliche Gemeinde in Shimabara. Es kommt dort 1637 zum Aufstand.

Der Samurai Aoi Tsukinosuke (Masao Kusakari) ist ein rechtschaffender, nobel-gutmütiger Charakter, und der Sohn eines angesehenen Richters in der Hauptstadt der Tokugawa, Edo (das heutige Tokyo).
Sein Glück scheint vollkommen, als er die junge Miyuki (Midori Yamamoto) ehelicht, eine Frau von tugendhafter Schönheit.

Sein Cousin jedoch, der höchsteifersüchtige -denn er begehrt Miyuki- Kamiya Judayu (Hiroshi Arikawa), neidet Tsukinosuke seinen Erfolg, und ist dabei voller Hass und Verachtung.

Das Schicksal will es, dass Tsukinosuke genau an dem Tag seiner Hochzeit, zu den Truppen des Shogun befohlen wird, die den Aufstand von Shimabara niederschlagen sollen.
Er, sowie Judayu und deren gemeinsamer Freund, der insgeheim feige Suwa Sagenta (Eishin Tono), ziehen nunmehr in den Krieg gegen die Christen in Shimabara.

Im Lager der Truppen wird Tsukinosuke das Opfer einer von Judayu äußerst geschickt eingefädelten Intrige, die ihn als vermeintlicher Hochverräter dastehen lässt.
Er soll gefangen genommenen Christen, darunter die Schwester des Anführers des Aufstandes, die bildschöne Oyu (Yoko Hama) -die Tsukinosuke zudem angeblich zu verführen versucht hat-, zur Flucht verholfen haben.
Manipulierte Zeugenaussagen, und die einseitig informierte und in die Intrige verstrickte Truppenführung die mit Judayu somit kollaboriert, sorgen für die Verurteilung Tsukinosukes.
Das Urteil lautet: Verbannung auf die "Hölleninsel", aus derem Todeslager noch niemand jemals entkommen konnte. Dies bedeutet faktisch ein Todes-Urteil für den tapferen Tsukinosuke.

Aus Scham über den angeblichen Verrat seines Sohnes, begeht der Vater Tsukinosukes in Edo Seppuko, Miyuki bleibt verzweifelt zurück.

Auf dieser Insel angekommen, durchlebt Tsukinosuke ein Märtyrium sondergleichen. Qualvoll und unerbittlich, so gestaltet sich nunmehr sein Dasein auf dieser Insel, abgeschnitten von der Außenwelt.
Voller Rachsucht, versucht Tsukinosuke von der Insel zu entweichen, um sich an all denen zu rächen, denen er dieses Schicksal zu "verdanken" hat.
Doch es sollen 10 Jahre vergehen -in denen der kleinkriminelle Gentatsu (Norihei Miki) ihm zum getreuen Freund wird-, bis die Chance auf Flucht durch den Mitgefangenen Masuda Jinbei (Yunosuke Ito) -den Vater des Christen-Anführers- endlich gekommen ist.

Auf dem Weg zurück, lernt er die äußerst attraktive Mabi (Kyoko Mitsubayashi) kennen, eine Prinzessin des Reiches der Ryukyu-Inseln im Süden des chinesischen Meeres. Sie und Gentatsu kommen mit ihm.
Endlich in Edo angekommen, in der Illegalität und unter anderer Identität, schwört Tsukinosuke allen Beteiligten an der Intrige gegen ihn, blutige Rache.

Der gerissene Kaufmann Hizenya Zokubei (Toru Abe), Suwa Sagenta, der Truppenanführer und dessen Schergen, und natürlich Judayu, sie alle sollen der Rache des Samurai anheim fallen.

Der Sühne-Feldzug Tsukinosukes beginnt.....


Kritik:

Im Jahre 1979 entstand diese wirklich sehr schöne und spannende Abenteuer-Serie für das japanische Fernsehen. In 15 Teilen wird hier der Roman "Der Graf von Montechristo" verfilmt, und dies als Chanbara-Serial, im Japan der Samurai während der Anfangsphase des Tokugawa-Shogunats in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Eine üppige Ausstattung, eine interessante Aufnahme-Technik und Bildführung -praktisch nur in Studio-Sets gefilmt, aber auch mal outdoor, die Inseln Yakushima "die Hölleninsel" und Okinoerabujima sorgten hier für das stimmige Flair-, eine spannende Storyline, viel Swordfight-Action ala Sushi-Eastern und eine bildkompositorisch dichte, bunte Abenteuer-Atmosphäre zeichnen die Serie "Die Rache des Samurai" aus.

Und für den geneigten Chanbara- und Jidai Geki-Fan bietet die Serie eine insgesamt gelungene und schöne Unterhaltung. Doch nicht nur für den, denn nicht nur Chanbara-Fans kommen auf ihre Kosten. Durch auch rührselige Herzschmerz-Sequenzen ist "Die Rache des Samurai" zusätzlich auch eine fast schon kitschige ´Seifenoper´ -der Mix macht´s, von allem etwas, für jede/n was dabei, und doch ein stimmiges Ganzes-.
Das macht das Serial auch für weibliche Zuschauer denn interessant, man kann die Serie als Fan fernöstlicher Action somit eben auch mit der Freundin, der Ehe-Gattin, eben der Partnerin, gut anschauen.
Meine Frau war jedenfalls begeistert ("Tolle Serie!"). Na, wenn das nichts ist.

15 Teile lang, verfolgt man die Abenteuer und den aufwändig angelegten Rache-Feldzug des Helden ala "Der Graf Montechristo in Japan", gebannt und immer schon nach jeder Folge auf die Fortsetzung fixiert und gespannt/erwartungsvoll -wie geht es weiter???-.

Ein Chanbara also als Serie, Schwertkampf und die Samurai, die immer noch ein Mythos umgibt. Die Atmosphäre ist durch die detailreiche Ausstattung, die gelungenen Kostüme und die originären Frisuren und Waffen, die vielen auftauchenden und quereinsteigenden, interessanten Figuren -da variieren die Charaktere in allen Schattierungen- einfach stark. Dies, die zwar nicht immer stringente Handlung die ja auf 15 Teile gedehnt, und dennoch fesselnd-spannend inszeniert ist, und der Held mit dem man mitfiebert, macht das Serial zum Vergnügen, zu einem Erlebnis für den Zuschauer vor dem Bildschirm-Gerät.

Masao Kusakari spielt hier den so noblen wie racheversessenen Helden. Eher ruhig und rechtschaffend in seiner eigentlichen Art, mutiert er zum hasserfüllten Rache-Engel. SO spielt das Kusakari, der stets im Zentrum des Serials steht. Das ist sympathisch, und überzeugend, man fiebert mit dem Helden mit.

Die Villains, das sind so einige, die mit erheblichem Aufwand dem Helden eine Falle stellen. Darunter alle Schurken-Schattierungen, vom feigen Drückeberger der sich dennoch Ruhm erschleichen will, über den hinterhältigen Truppen-Offizier, den skrupellos-eiskalten Händler, bis hin zum ehrgeizzerfressenen, neidischen Vetter des Helden -da schießt Hiroshi Arikawa, stets mürrisch-neidisch und extrem unsympathisch wirkend, den Vogel ab-.

Alle agieren entsprechend, fast wie in einem Roman, erfüllt da jeder auch irgendwie ein Klischee. Das gibt natürlich eine gewisse Würze.

So ein Held braucht einen Side-Kick, als "Gentatsu" sorgt Norihei Miki für die etwas humorvolleren Elemente, sein Charakter ist sympathisch-hinterlistig angelegt. Eben ein Schlitzohr, der den Helden durch List auch schon mal raushaut. Miki ist dafür der richtige Darsteller. Passt also auch von der Besetzung.

Doch was wäre unser Held ohne die -schönen- Frauen? Aufgeschmissen wäre er.
Zwar ist da die niedliche Midori Yamamoto als "Miyuki" -sie spielt überzeugend die verlassene und der totalen Verzweiflung nahe stehende Quasi-Witwe- die angetraute Gattin des Helden, doch gerät sie natürlich rasch aus dem Fokus.
Da sind noch die äußerst attraktive Yoko Hama (deutschen Sushi-Easternfans vor allem geläufig als "Torizo" in der Okami-Reihe -siehe meine Reviews auf dieser Webseite-), die "Oyu", die Schwester des Christen-Anführers, spielt. Sie agiert darstellerisch natürlich solide, aber sie ist vor allem ein Blickfang. Yoko Hama, eine der schönsten Frauen Japans, wenn nicht gar eine der schönsten Frauen auf Erden. Ich zerfließe regelrecht bei ihrem Anblick!

Wird sie zur Gefährtin des Helden? Nun, wenn ich der Held gewesen wäre... ja!
Aber da ist noch die ebenfalls äußerst ansehnliche Kyoko Mitsubayashi, die eine Prinzessin spielt. Sie wird fast zum heimlichen Star des Serials, die mit ihrer unglaublichen Attraktivität, ihrer Leidenschaft und Hingabe, das Herz des Helden und vor allem das des -wohl eher männlichen- Betrachters zu gewinnen gedenkt.
Die Damen sorgen natürlich auch für den Herzschmerz-Faktor, der aus dem Serial eben auch eine melodramatische -und mitunter herrlich kitschige- ´Seifenoper´ macht. In "Die Rache des Samurai" steckt eben viel drin.

Garniert wird das alles natürlich mit reichlich Schwert-Action ala Chanbara, die Samurais und der sie immer noch umgebende Mythos, ihre Fights untereinander, ihr Ehrenkodex, der dem Tod keine Bedeutung schenkt, dies alles ist selbstverständlich auch hier ein zentraler Aspekt in dieser Serie.
Rache..., das bedeutet Fight-Action, da wird gemeuchelt und gemordet, da wird gefightet, da geht es um Leben oder Tod. Und da die Rache des Helden groß und aufwändig angelegt ist, gibt es immer mindestens einen Fight, einen Grund zu kämpfen, in jeder Folge des Serials.
Typisch im Chanbara, die mitunter hastigen, aber eben schnellen, actiongeladenen Fights, mit dem Katana, mit den Waffen der Samurai -auch mit dem Sai, mit der Tonfa, aber auch mal unbewaffnet hand-to-hand mit Karate-Techniken wird hier gefightet-, blutig und unerbittlich.

Gut choreographierte Swordplay-Action, mit "flashig-slashiger" Geräuschkulisse, tempogeladen, und immer wieder in jeder Folge eingestreut. Schön.

"Die Rache des Samurai" ist eine prima Samurai- und Chanbara-Serie, die überraschender Weise im deutschspachigen Raum zuerst im Fernsehen der DDR ausgestrahlt wurde. Dies sorgte denn für die DEFA-Synchronisation, die der deutschen Fassung mit im Westen unbekannten Stimmen eine besondere Note verleiht.
Bemüht und im Wesentlichen überzeugend, aber auch irgendwie so niedlich ´unbeholfen´ wirkend, auch das macht einen gewissen Reiz aus.

"Die Rache des Samurai", jeder Chanbara-Fan, jeder Anhänger des Mythos der Samurai, sollte die DVD von "Pidax Film" aus der Serie "Pidax Serien-Klassiker", die alle 15 Folgen auf 4 Discs enthält, im Regal zu Hause haben.

9/10.

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