Zwölf Jahre nach „Clerks“ schob Autor und Regisseur Kevin Smith eine Fortsetzung zu seinem Spielfilmdebüt auf die Leinwand. Dazwischen hat Smith ein paar weitere Filme gedreht und so hat sich sein Stil, vergleicht man den zweiten Teil mit dem ersten, deutlich sichtbar verändert. Zwar beginnt auch das Sequel in schwarz-weiß, wechselt aber dann zum Farbfilm. Der Low-Budget-Look von „Clerks“ ist hier nicht mehr zu finden. Das ist allerdings keine Kritik, es unterstreicht nur die Entwicklung, die Smith in den all den Jahren mit den gedrehten Filmen gemacht hat.
Wieder stehen die beiden Angestellten Dante (Brian O'Halloran) und Randal (Jeff Anderson) im Mittelpunkt. Kein Quick Stop.Markt, kein RST Video mehr, beide arbeiten nun in dem Fastfood-Restaurant „Mooby's“. Ansonsten hat sich für die sich nun sich in ihren Dreißigern befindlichen Freunde nicht viel geändert. Die Kundschaft nervt, die Perspektiven sind vage und Dante hadert mit seiner Freundin. Mit dieser steht nicht nur eine Hochzeit an, auch verlässt er mit ihr New Jersey gen Florida. Nicht nur Randal hat damit seine Probleme, auch Dante ist sich seiner Sache nicht mehr so sicher, denn da ist auch noch seine Chefin Becky (Rosario Dawson).
Letztgenannte ist der prominenteste Neuzugang, Dawson macht das sehr sympathisch und die Figur passt mit den entsprechend gut geschriebenen Kontern gut in das Universum von Smith. Ansonsten finden sich die aus Teil eins sowie anderen von Smiths Werken bekannten Jay & Silent Bob hier wieder, stehen dealend und nölend vor der Tür und tun, was sie eben tun.
Ein bisschen hat es was von nach Hause kommen, nach so langer Zeit wieder mit den beiden Typen und ihrem Umfeld in Filmform abzuhängen. Und manches ist geblieben. Als da wären die immer noch vulgäre Sprache samt der dazugehörigen Themen. Popkultur, Nerdkram und sexuelles Gedöns jeder Couleur werden besprochen, rassistische Bezeichnungen diskutiert und wenn sich über „Star Wars“ und „Lord of the Rings“ gestritten wird, ist Smith in seinem Element.
Leider, aber das bleibt Meckern auf hohem Niveau, finden sich nun hier auch übliche Filmmechanismen in der Erzählung wieder, die eben auch die erwähnte Entwicklung von Smith aufzeigen. Ein paar wenige Abschnitte sind dann doch typisch Mainstremkino. Will sagen: der locker-direkte und authentische Ton, den der Erstling anschlug, ist hier nicht mehr durchgängig vorhanden. Das ist schade, war dies doch eine der Stärken des Skripts von „Clerks“ und wurde auch den Figuren gerecht. Ebenso erinnert die finale verbale Konfrontation zwischen Dante und Randal etwas sehr an die des Vorgängers.
Und trotzdem – auch „Clerks II“ bleibt seinen Figuren und ihrer Art ausreichend treu. Die Dialoge sind fetzig, pointiert und mitunter auch schön derb. Einfühlsam wie eh und je geht Randal auf alles und jeden los, Dante weiß sich (wieder) nicht so recht zu entscheiden und der Kollege Elias (Trevor Fehrman) ist einfach nur eine laufende Zielscheibe. Die Truppe macht immer noch Spaß und auch hier werden wieder diverse Lebensweisheiten in den Raum geworfen. Und wenn sich am Ende fast schon etwas wehmütig ein Kreis schließt, dann hat er mich doch wieder gekriegt.