Review

Irgendwie ist „Silk“ einer jener Filme auf welche ich mich freute, seit ich das erste mal darüber gelesen hatte. Trotz eines unbekannten Regisseurs, Chao-Bin Su, welches übrigens sein Erstlingswerk darstellt und der Annahme dass es sich dabei wohl eher um einen reinen Grusler handelt ging ich voller Vorfreude in den Film. Meine Erwartungen wurden zwar nicht erfüllt, ich aber auch auf keinen Fall enttäuscht. 

Der Wissenschaftler Hashimoto erforscht mit einer neuen Technologie die Geisterwelt. Es gelingt ihm, den Menschen die Geister sichtbar werden zu lassen. Als erstes Objekt dieser Forschung dient hierbei ein achtjähriger Junge in einem Appartement in Taipeh. Das Ziel Dr. Hashimotos ist es, mehr über den Tod und das Leben danach zu erfahren. Um jedoch die Sprache bzw. die Aussagen des Jungen deuten zu können, muss noch der zunächst unkooperative Polizist Ye hinzugezogen werden. Dieser versteht sich unter anderem in der Kunst des Lippen Lesens. Stück für Stück kommen sie einem Geheimnis näher und das Interesse Dr. Hashimotos steigt mit jeder Entdeckung mehr... 

Mehr möchte ich hierbei nicht auf die Handlung eingehen. „Silk“ ist jedenfalls alles andere als ein üblicher Grusler oder gar Horrorstreifen. Viel mehr beschäftigt er sich sehr tiefgründig mit Themen wie Hass, Liebe und Trauer. Evtl. Parallelen zu „Pulse“ mag der eine oder andere dabei durchaus ausmachen können. Zwar ist „Silk“ nicht ganz so düster wie „Pulse“, geht aber wohl eindeutig in die Richtung eines Dramas. Der Film setzt sich sehr Intensiv mit dem Tod und dem sogenannten Leben danach auseinander und lenkt zunächst vermeintlich den Verdacht darauf dass nur aus Hass ein Weiterleben möglich ist. 

Der Film beginnt zunächst relativ ruhig und wirkt dann sogar so als würde er gleich einen Durchhänger erleiden, kriegt aber rechtzeitig die Kurve. Bis zu diesem Zeitpunkt ist alles sehr von durchaus gut geführten Dialogen geprägt. Action gibt es im großen und ganzen so gut wie keine. Und wenn dann sind leider sogar Autocrashs animiert, was leider nicht wirklich realistisch wirkt.Im weiteren Verlauf ist „Silk“ jedoch ein sehr spannender Film, welcher auch seine durchaus etwas unheimlichen Momente hat. Da allerdings in allen Filmen dieser Art aus Fernost solche Momente meist lange schwarze Haare, weißes Gesicht und ebenso weiße Kleidung tragen, dürfte dies jedoch auf den einen oder anderen nicht mehr so richtig wirken. 

Die Darsteller können in ihren Rollen durchwegs überzeugen. Insbesondere die Hauptdarsteller wie z.B. Yosuke Eguchi („Yentown“) in der Rolle des Herrn Doktor oder natürlich Chen Chang als Tung. Aber auch die weiteren Rollen sind sehr gut besetzt und man nimmt jedem einzelnen seine Rolle ab. 

Im Endeffekt ist „Silk“ jedoch ein sehr guter Film, welcher allemal zum Denken anregt, in etwa wie der bereits angesprochene „Pulse“. Liebe, Hass und Trauer in keinster Weise oberflächlich behandelt. Dies alles in guten Bildern, hervorragenden Darstellern und einer ebenso gelungenen musikalischen Untermalung machen „Guisi“ wie er im Original heißt zu einem allemal Sehenswerten Film. Insbesondere für jene, welche auf etwas Anspruchsvolle Unterhaltung stehen.

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