Review

Ich habe[B] Silk[/B] gestern auch gesehen und muss ehrlich gestehen, dass ich lange nicht mehr so einen Rotz gesehen habe. Entschuldigt die Wortwahl, aber der Ausdruck trifft es einfach meiner Meinung nach. "Silk" wird als Horrorfilm angepriesen, aber nur weil man zwei Geister und ein paar Tote im Film sieht, ist es für mich kein Horrorfilm. Erst recht nicht, wenn der Film wirklich keinen einzigen Schockmoment bietet. Es handelt sich hierbei eher um einen Mystery-/Sci-Fi-Thriller, der eine alte asiatische Geistergeschichte von einem kleinen Geisterjungen und seiner Mutter mit langen, herabhängenden, schwarzen Haaren erzählt und darum eine pseudo-wissenschaftliche - und zugleich unglaubwürdige Story packt. Den sogenannten "Menger Sponge" gibt es zwar tatsächlich, aber dessen Verständnis setzt ein unglaubliches Wissen und Können in Sachen der höheren Mathematik voraus. Die im Film präsentierten Erklärungsversuche auf naturwissenschaftlicher Ebene wirken aber alles andere als glaubwürdig und überzeugend. Es reicht dann einfach nicht, nachdem man die Spannung zu dem Thema erst so aufbaut und dann einfach in ein, zwei Sätzen behauptet, das ist so und so und daran gibt es nichts zu rütteln. Ich bin nun wirklich nicht der Typ, der beim Filme schauen jedes Logikloch entdecken und anprangern muss, ich sehe da eigentlich meist drüber weg, wenn mir der Rest des Films gut gefällt und mich unterhält. Aber hier sind die Fehler einfach zu offensichtlich. Die Szene im Nudelrestaurant ist dann schon fast der Tiefpunkt, was einfach lächerlich wirkt und dann der abschließende Kommentar des Wirts einfach nicht dazu passt. Hinzu kommen dann vor allem gegen Ende billig wirkende Effekte und Schnitte (wie das Wegdriften und Überschlagen des Autos). Weitere Mängel sehe ich in der Charakterzeichnung. Es fehlt eine Identifikationsperson, erst Recht, wenn es immer weniger werden und erst sympathische Personen später wahnsinnig und falsch spielen. Die lieblos hinzugefügte Liebesgeschichte sowie die tragische Nebengeschichte um die Mutter des Jungen sollten den Film zwar abrunden und zugänglicher machen, aber im Ganzen gesehen ergibt es kein besseres Bild für den Film ab.
Positiv anmerken muss man "Silk" aber die sehr gute Atmosphäre und Spannung, die am Anfang erzeugt werden. Nur schade, dass dies nicht dem ganzen Film hinüber erhalten bleibt.

Ich persönlich wurde doch sehr enttäuscht von "Silk", nachdem sich die Geschichte doch zunächst so interessant anhörte, letztendlich aber nicht wirklich viel Innovation bot und durch etliche Logiklöcher und technische Mängel negativ auffällt. "Silk" wurde von einigen Kritikern gelobt, woraus ich schlussfolgere, dass der Film wohl eher dem internationalen Publikum gefallen könnte, als den Leuten, die hauptsächlich andere, anspruchsvollere bzw. bessere Filme aus Asien sehen.

3/10

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