Die folgende Kritik beinhaltet SPOILER!
Die dritte (Spielfilm-)Regie-Arbeit von Bong Joon-ho, dem Regisseur von Snowpiercer & Parasite. Aufgrund von Umweltverschmutzung entsteigt den Fluten des Han-Flusses eine mutierte amphibische Kreatur & fällt über die Menschen am Strand her. (Ein langes, ganz famos inszeniertes Set-Piece mit einigen echten WOW-Momenten.) Darüber hinaus scheint das Vieh auch noch ein gefährliches Virus zu übertragen. Eines der Opfer des gefräßigen Monsters ist die kleine Hyun-Seo, welche das offenbar satte Biest mitnimmt, als Nahrungsvorrat in sein Lager in der Kanalisation. Die zerrüttete Familie des Mädchens, Hyun-Seos Vater, Onkel, Tante & Großvater, tun sich schließlich zusammen, brechen aus der Quarantäne aus & versuchen, Hyun-Seo zu finden, bevor es zu spät ist.
Ein tragikomischer Familienfilm mit Monsterbeilage, strukturiert als emotionale Achterbahnfahrt, bei der ich einige Male heftig schlucken musste. The Host hat mir jetzt wesentlich besser gefallen als bei der Erstsichtung, vermutlich weil ich seinerzeit ob des Hypes zu hohe (oder falsche) Erwartungen hatte. Das südkoreanische Creature Feature beschreitet Wege abseits des Mainstreams & der amerikanischen B-Movies, es erfreut mit einem erfrischend anderen "Helden-Team", es hat eine düstere & melancholische Stimmung & es unterläuft immer wieder die Zuschauererwartungen, bis hin zum Finale, wenn das gemeinsame Bemühen der Familie zwar zum Tod des Monsters, aber nicht zur Rettung der geliebten Hyun-Seo führt.
Dass der Film dennoch kein tränenreicher Runterzieher geworden ist, ist ein kleines Wunder & den Fertigkeiten des Erfolgsregisseurs zu verdanken. Neben den Hauptfiguren kann auch das CGI-Monster bestehen, eine faszinierende Kreatur, die nicht darum gebeten hat, auf die Welt zu kommen. Sie ist nicht böse, sondern bloß ein wildes Tier, das Nahrung zum Überleben braucht. Die Computer-Effekte reichen von erstaunlich gut bis wenig überzeugend; gerade im großen feurigen Showdown stoßen die Programmierer leider an ihre Grenzen. Aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau & kann der generellen Qualität des Films nicht viel anhaben.
8,5/10