Als Pioneer und ewiger Verfechter des Asiatischen Actionkinos muss ich wohl langsam der Wahrheit ins Auge sehen. Für mich zündet es einfach nicht mehr. 2005 konnte zum Jahresende mit „Seven Swords“, „Dragon Squad“ und „SPL“ zwar noch etwas gut machen, dieses Jahr aber gefiel mir sogar nur „Shadowless Sword“ und „Running Wild“ richtig gut. „Typhoon“ enttäuschte ebenso wie zuletzt „Dragon Tiger Gate“ und nun legt auch noch der mit einem netten Trailer bedachte „City Of Violence“ nach.
Die Altbekannte Story vom Heimkehrer (diesmal ein Cop) der in die Stadt zurückkommt in der er aufgewachsen ist, weil sein Bruder getötet wurde, wird hier auch wieder standardisiert aufgezeigt. Natürlich ermittelt er wer verantwortlich ist und natürlich hat jemand aus der Vergangenheit damit zu tun. Diese wird in üblicher Stephen King Manier präsentiert. Also jugendliche, die erst Freunde sind und dann verschiedene Wege einschlagen. Das gehört natürlich zur Handlung, ist aber auch nicht so wichtig eingefangen das man diese Momente nicht in kurzen Sätzen hätte zusammenfassen können. Immer wieder wird der Film dadurch abgebremst und letztendlich sollte hier ein Martial Arts Kracher gezeigt werden. Wenn aber die erste nennenswerte Actionszene erst nach einer halben Stunde (der Film geht gerade mal knapp 94 Minuten mit Abspann) stattfindet ist mir das einfach zu schwach auf der Brust. Vor allem wenn bis dahin keine Spannung aufgebaut wird und auch die beiden Hauptpersonen eher blass und wenig interessant angelegt und gespielt sind.
Ryo Seung –Wan („Arahan“, „Crying Fist“) ist sicherlich kein schlechter Mann für so einen Film, aber dennoch stimmt teilweise das Tempo, und was am schlimmsten ist, die Anzahl und Qualität der Actionszenen nicht. Klar, der Film will auf den coolen Spuren eines Tarantino wandeln(immerhin bietet der Film nette Kameraeinstellungen und technische Spielereien), was an der Inszenierung, der Musik und einigen Dialogen deutlich zu erkennen ist, aber als rund kann man das Endprodukt dann auch nicht anerkennen.
Natürlich schafft der fast 20 Minütige Showdown da etwas Abhilfe. Denn hier wird endlich richtig gekloppt und dient gleichzeitig als Hommage an „Kill Bill 1“ oder dem Shaw Brothers Klassiker „Der Pirat von Shantung“. Aber heranreichen kann es bei weitem nicht. Zwar sind die Actionszenen nicht schlecht, aber immer wieder enttäuschen die Kameraführung und die Hektik in den Kämpfen.
Vielleicht sollte man mal wieder weg von dem Unsinn die Helden gegen eine Übermacht an Gegnern kämpfen zu lassen. Zumindest nicht dauernd. Denn gerade in den längern Auseinandersetzungen zum Schluss, offenbart der Streifen Actionmäßig seine Qualitäten. Nichtsdestotrotz hat der Film hier im Finale seine besten Augenblicke und macht deutlich was vielleicht aus dem Film hätte werden können. Anscheinend wollte der Mann hinter der Kamera aber mal wieder keinen reinen Actionfilm abliefern, doch für mehr reicht weder die Geschichte, noch die agierenden Darsteller. Dabei hätte man alleine aus der Gangszene nach einer halben Stunde, deren verschiedene Mitglieder an „Warriors“ erinnert, wesentlich mehr machen können.
Fazit:
Bitte anstellen in die Reihe der schwachen Asiatischenactionfilme. Zwar sind die Fightchoreographien nicht wirklich schlecht (teilweise sogar ganz gut), aber wie so oft versaut die Kamera und der Schnitt einiges. Hinzu kommt, dass der Anteil einfach mal wieder zu gering aufgefahren wird. Zwar ist der übliche Film nicht so schlecht und langweilig inszeniert wie die Thai Streifen eines Tony Jaa, aber auch weit weg von den Vorbildern die der Film zu erreichen versucht. Da helfen auch nicht die nette (aber schon wieder überholte) Musikuntermalung oder die hippen Spielereien. So bleibt einfach nur Mittelmaß im Teich der vielen und schnell vergessenen Movies.