Wie die holprige Verfilmung eines Groschenromans wirkt "Death knows your name" auf den ersten Blick und leider lässt sich auch mit etwas Abstand nur wenig Gutes über Daniel de la Vegas Film sagen. Die schauspielerischen Leistungen sind meist dürftig (gerade die Hauptrollen wirken auf mich ohnehin fehlbesetzt), die Dialoge geben oft unfreiwilligen Anlass zu wahlweise Heiterkeit oder Verdruss und ein paar aufgesetzte Schauwerte verderben schließlich noch den letzten Rest an Stimmung, welche die Story doch so nötig hätte. Dabei hätte man trotz bescheidener Ausstattung und sichtlich limitierter finanzieller Mittel zumindest aus der Grundidee und mit Hilfe der natürlichen Atmosphäre der Anstalt eine halbwegs brauchbare Schauermär zimmern können. Neben den handwerklichen Mängeln, an denen "Death knows your name" in erster Linie krankt, wurde jedoch auch die Story durch hanebüchene Einfälle und eine völlig misslungene Dramatisierung quasi völlig in den Sand gesetzt.
Kopfdoktor Bruce Taylor findet in einem verlassenen Trakt einer Krankenanstalt einen Totenschädel mit dem ihn scheinbar ein Geheimnis verbindet. Ähnliches gilt für einen seiner Patienten, den die gleichen bedrohlichen Träume heimsuchen wie Bruce. Und dann bricht auch noch eine Gelbfieberepidemie unter der Belegschaft des Krankenhauses aus...
Der Aufbau der Handlung erinnert desöfteren gar ein wenig an die Erzählungen H. P. Lovecrafts, in denen der oder die Protagonisten in detektivischer Manier um die Aufklärung eines mysteriösen Rätsels bemüht sind, von dem eine existentielle Bedrohung für sie oder ihr Umfeld ausgeht. Je näher sie dabei der Auflösung kommen, umso mehr verfallen sie dem Wahnsinn, indem sie entdecken, welche Rolle ihnen selbst innerhalb der ganzen Geschichte zukommt. Leider wirken die Protagonisten im Film trotz teils hektischer Betriebsamkeit seltsam träge und unmotiviert und schließlich bleiben sie für den Zuschauer auch unnahbar und schaffen es eher nicht in ihrer Darstellung emotional zu berühren.
Einzelne Einstellungen oder Szenenbilder sind optisch durchaus stimmungsvoll komponiert und überzeugen durch einen sicherlich nicht ganz unbeabsichtigten Retrolook. Hier bestechen vor allem die kurzen nächtlichen Außenaufnahmen bei den Autofahrten, aber auch die desolaten Bilder des zerfallenen Anstaltstraktes haben einen gewissen Flair. Leider werden diese durchaus positiven Eindrücke durch überzogene und stets sehr künstlich (und auch überaus billig) wirkende Effekte zunichte gemacht. Scheinbar hat es sich immer noch nicht herumgesprochen, dass zur Demonstration von Besessenheit eine affektiert klingende, künstlich verfremdete Stimme viel eher lächerlich als authentisch und bedrohlich wirkt. Auch der Umstand, dass die Infizierten beim Sprechen schwarzen Schleim erbrechen, geht leider an der offensichtlich beabsichtigten Schockwirkung vorbei und wirkt lediglich wie der uninspirierte Versuch, eine langatmige Inszenierung durch etwas Ekel aufzupeppen.
Anstelle einer schlüssigen Zusammenführung der zahlreichen Handlungsfäden und einer wenigstens rudimentär zufriedenstellenden Auflösung bietet "Death knows your name" am Ende jedoch lediglich einen eher unbefriedigenden Abschluss der Ereignisse. Die Geschichte wird zu Ende geführt, die Erklärung kommt mit dem Holzhammer, viele der zuvor angedeuteten Zusammenhänge bleiben ungeklärt. Hätte man den Fokus auf den Zusammenhang dieser Aspekte gelegt und auf die vordergründigen, übertriebenen (aber leider wirkungslosen) Schauwerte verzichtet, dann hätte aus "Death knows your name" trotz aller sonstigen Mängel sogar ein kleines Mystery-Horror Schmankerl werden können. So stehen selbst wohlwollend unterm Strich gerade mal 3 / 10 Totgeburten.