Review

Tja, das ist er, der leider maßlos überschätzte "Klassiker" des Italowestern. Sicherlich begründete Regisseur Sergio Corbucci ( später bekannt durch bessere Werke wie "Leichen pflastern seinen Weg" mit Klaus Kinski und den ironisch-witzigen "A professionell Gun" mit Franco Nero und Jack Palance) mit "Django" an der Seite von Sergio Leone mit dessen "Dollar"-Trilogie den schmutzigen und im Kontrast zu den amerikanischen Western wenig edlen und wesentlich härteren Westerntyp des Italowesterns, dennoch kann dieser Streifen, mal abgesehen vom tollen Titelsong, kaum überzeugen. Erwähnenswert sind sicherlich die neuartige Härte der Actionszenen, die aber im direkten Vergleich zu dem bereits 2 Jahre später gedrehten "The Wild Bunch" von Meister Sam Peckinpah wiederum lächerlich wirken. Auch die darstellerischen Leistungen sind bestenfalls akzeptabel. Die aufgesetzte Story mit den Klischee-Bösen und dem unglaubwürdigen Ende (als Django mit gematschten Händen nochmal eben 'n paar Typen problemlos umlegt) wirkt stellenweise auch recht albern, kann aber auch schon wieder als zynisch-grotesk bezeichnet werden. Die angestrebte "Sarg" - Mythologie ist sicherlich nett, die Sequenz mit der Gatling-Gun, die Django ohne Probleme wie neuerdings Schwarzenegger in der Hand hält und mittels des "Unendlich-Munition"-Cheats (wird leider in vielen Filmen angewendet...) massenweise der billigen Gegner ummäht, ist auch nicht gerade vollends überzeugend, wenn auch einer der Höhepunkte des Films.
Also: "Django" ist ein Urgestein des Italowestern - Genres, dessen Klasse und Bedeutung aber nicht übertrieben werden sollte. Wesentlich (!) besser und wegweisender ist da Enzo G. Castellaris' Westerndrama "Keoma", ebenfalls mit Franco Nero; "Django" zeigt höchstens, wie alles angefangen hat...

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