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Das ist er also. Kurz und bündig - „Django". Ich weiß nicht, wie oft ich den Namen schon in anderen Westernfilmtiteln gelesen habe, zumindest so oft, dass einem schon mal schlecht werden kann. Denn Qualität suchte man in diesen - eigentlich nicht wirklichen Fortsetzungen - zumeist vergeblich. Der Hype fing mit Corbuccis „Ur-Django" an, der Italo-Western lernte gerade laufen und Franco Nero hatte blaue Augen. Doch gegenüber Leones Meisterwerke kann Django nur bedingt mithalten, zumal die Story hier dreist vom ersten Teil der Dollar-Trilogie geklaut wurde.

Natürlich hat der Film dennoch einen ganz eigenen Charme, zumindest habe ich bis heute keinen Western gesehen, in dem alles so dreckig und verkommen wirkte wie hier. Damit meine ich nicht nur die finsteren Banditen, sondern auch die karge Landschaft. Django stampft dermaßen durch den Matsch, das erinnert einen fast an Schlammcatchen ohne Frauen oder lustige Rutschpartien auf dem Festivalgelände eines Rockkonzertes nach einer Woche Dauerregen. Dazu dieser ominöse Sarg mit einem ganz und gar merkwürdigen Inhalt, der dann auch zweckmäßig zum Einsatz kommt, Pistolen waren schließlich gestern...

Franco Nero hat hier seine Paraderolle abgeliefert. Seine Coolness tropft aus allen Poren und die hat er sich sicherlich von Eastwood abgeschaut. Aber ist ja auch egal, seine One-Man-Show ist auf alle Fälle sehenswert, wenngleich dies auch auf Kosten der übrigen Darsteller geht, denn diese sind durchweg blass geblieben.

Fazit: Extrem nihilistisch und ziemlich dreckig in jeder Beziehung. Oder aber einfach nur ein guter Western. Aber trotzdem - für mich kein Kultfilm.

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