Review

Yojimbo von Akira Kurosawa, einer der wohl am meisten neuinterpretierten Stoffe, und jeder für sich wohlbekannt:
1. Für eine Handvoll Dollar: Die Geburtsstunde des Italo-Western und von Clint Eastwood als Superstar.
2. Last Man Standing: Walter Hills letzter großer Film und Bruce Willis in seiner gewohnt coolen Sau Rolle.
3. Django!

Die Frage ist nun: Ist Django ein Remake von Yojimbo oder von Für eine Handvoll Dollar?
Gute Frage, die sich nicht so einfach beantworten läßt, aber vieles läßt darauf schließen, dass es sich hierbei um eine dreckige Neuinterpretation des Eastwood-Western handelt.
Vieles ist eindeutig von Leones Film inspiriert, wobei hier eindeutig mehr auf den sozialen aspekt wert gelegt wird und nicht mit Gesellschaftskritik gespart wird:
Ku-Klux-Clan Anspielungen inklusive.
Rassismus, verrohte dreckige Gesellschaft, ein einsamer Mann mit furchtbarer Vergangenheit und Gegenwart, der sich nicht in die Suppe spucken lasen möchte, oder vielleicht erstmals gut davon kommen möchte.
Und eine gehörige Portion Zynismus. Sehr viel Pessimismus inklusive.

Als Gegenentwurf zum immer leuchtenden sauberen Dreckskerl Eastwood ist der dreckige Saubermann Django mit das Beste, was Corbucci einfallen konnte:
Django ist weniger übermenschlich oder cool, er ist einfach nur hart. Django ist auch mehr anfällig für weibliche Reize. Wo eastwoods Charakter nur andeutet, was in ihm möglicherweise vorgehen könnte, versucht Django tatsächlich seinen Frieden zusammen mit einer Frau zu finden.
Django hat mehr Profil und mehr Charakter, und obwohl er äußerlich dreckig und verrucht ist, so ist er in dieser zynischen Scheißwelt doch derjenige, mit dem man sich verbünden würde, weil er noch zu seinen Prinzipien steht. Er ist sozusagen der Snake Plisken dieser Parallelwelt.

Warum zieht also Django dennoch den kürzeren?
Bis auf gewisse Änderungen, vor allem gesellschaftskritischer Natur und der Frauensache, folgt dieser Film fast minutiös der Handlung des gerade mal zwei (!!!!) Jahre älteren Dollar-Filmes.
Das ist ein bißchen schwach!
Nein, das ist sogar ganz schwach!!!

Denn Django würde mit dieser Nebenhandlung und diesem Charakter auch als eigenständiger Film wunderbar funktionieren.
Statt dessen muß er ausgetretene Pfade - nur halt düsterer und konsequenter und soviel sei verraten - ohne ein wirkliches Happy End nachlaufen.

Ein wunderbarer Charakter wird in einem überflüssigen Remake - gerade weil es nur zwei Jahre zum vermeintlichen Original sind! -vergeudet. Dass Django dennoch bekannt wurde, spricht nur für die Herrlichkeit des Charakters.

5 Punkte

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