Review

Ich wusste wirklich nicht was ich von diesem Werk, das den Coens während eines selbst erlebten Writer´s Block beim Schreiben des hervorragenden Miller`s Crossing eingefallen ist, erwarten sollte. Der sogenannte Writer´s Block dürfte wohl das schlimmste sein, das einem Autor passieren kann. Es geht vor allem darum erstmal die Inspiration zu bekommen, die Idee erstmal für einen Film bzw. Drehbuch zu finden, sonst geht gar nichts und man kann nicht mal die einfachsten Geschichten schreiben. Unser Protagonist Barton Fink leidet an so einem Problem. Als bei ihm dann auf einmal der Knoten in seinem Knopf platzt, dann springt es oftmals aus einem heraus und er ist der Meinung tatsächlich "sein bestes Werk" geschrieben zu haben.
Doch es ist zu hoch für den arroganten Produzenten und seinen peniblem Assistenten und nicht für die breite Masse geeignet.
So wird es abgelehnt. Kommerz triumphiert wieder mal über Kunst. So ist das heutzutage fast überall, aber ganz besonders in Hollywood. Es ist anzumerken das Barton Fink bis heute der einzige Film ist, der in Cannes mit allen 3 Hauptpreisen ausgezeichnet wurde. Dies beweist doch einiges wie die Leute dort über Hollywood denken.

Barton Fink wird ziemlich langsam inszeniert und passieren tut, mal abgesehen vom Finale, nicht wirklich viel. Außerdem erinnert der Film an ein Theaterstück, da er hauptsächlich an einem Ort spielt. Ebenfalls in diesem Film zu finden sind surrealistische Elemente ( vor allem beim Schluss) und einige Dinge zum Interpretieren. Die Coens gehen hier allerdings nie so weit wie z.B. David Lynch.
Hauptdarsteller John Turturro ist wieder mal ausgezeichnet gut, wird aber von John Goodman noch übertroffen, der hier wohl mit The Big Lebowski seine beste Rolle überhaupt spielt. Dieser Mann hat eindeutig mehr drauf als nur dämliche Nebenrollen.

Fazit: Den Coens gelang die ultimative Satire auf Hollywood und eine brillante Abrechnung mit dem Mainstream. Gerade deswegen ist der Film wohl heute so etwas wie ein Vorzeigefilm der Independentfilmanhänger. Der reifste Film der Coen Brüder, bei dem es gilt unter die Oberfläche sehen. Diesen Film muss man, seiner Vielschichtkeit wegen, mindestens 2 mal gesehen haben. Auch ich brauchte 2 Anläufe um ihm schließlich den zustehenden Respekt zu zollen, den er eigentlich verdient hat.
9/10

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