Barton Fink
Der Film dreht sich um den Drehbuchautor Barton Fink, der während des 2. Weltkrieges ziemlich großen Erfolg mit Theaterstücken in New York hat. Natürlich bekommen auch Studiobesitzer in Hollywood davon etwas mit und wollen ihn unter Vertrag nehmen. Nachdem Fink jedoch etwas zögert, weil er von Hollywood eigentlich nichts hält, nimmt er das Angebot jedoch an und unterschreibt einen Vertrag bei einem Filmstudio. Dort werden eigentlich nur B-Movies gedreht, doch das ist nicht die Welt von Fink. Er bekommt den Auftrag, das Drehbuch zu einem Wrestling Film zu schreiben, kommt jedoch nicht wirklich damit zu recht, da er einen Film mit Verstand und Tiefgründigkeit schreiben will.
In L.A. steigt er daraufhin in einem ziemlich vergammelten Hotel ab um dort sein Drehbuch zu schreiben. Er kommt jedoch in der Welt von Hollywood nicht zurecht und lernt seinen Nachbarn aus dem Zimmer von nebenan kennen: Charlie Meadows. Und ab hier geht die Geschichte richtig los.
Dieser Film ist wieder mal ein Klassiker der Coen Brüder, da müsste man eigentlich garnicht mehr viel zu sagen, denn wenn ein Duo es versteht wirklich gute Filme zu machen, dann sind es die Coen's. Den gesamten Film über ist es eigentlich klar worum es geht. Ein Autor aus NY sucht sein Glück in Hollywood und will dort aber nichts von dieser ganzen Scheinwelt des Filmgeschäfts wissen. Dementsprechend kommt er mit seiner Arbeit nicht klar und sein einziger Freund ist sein Zimmernachbar, der für eine Versicherung arbeitet und eigentlich das komplette Gegenteil des intelligenten Drehbuchschreibers Barton Fink ist.
Der Film verläuft sehr linear und die Handlung ist nachvollziehbar. Doch die letzte Viertelstunde hat es einfach nur in sich und beginnt damit, dass ein Mord geschieht und Barton mit hineingezogen bzw. beschuldigt wird, diesen Mord begangen zu haben. Ab dann wird in diesem Film alles über Bord geworfen, was man vorher gesehen hat und er driftet komplett ins surreale ab ohne jedoch komplett unverständlich oder unlogisch zu werden. Man könnte meinen, man hätte es hier mit einem David Lynch Film zu tun und genaue diese letzten 15 Minuten geben dem Film den letzten Kick. Das Ende des Films ist einfach nur verdammt genial und bietet Raum für unendlich viele Interpretationsmöglichkeiten und ich hätte vorher nicht damit gerechnet, dass dieser Film am Ende eine solche Wendung nimmt.
Aber nicht nur die Handlung und die Bilder sind Klasse, sondern natürlich auch die Schauspieler. So trifft man während des Films auch auf "Monk" und die Verhör-Szene mit den beiden Polizisten am Ende ist einfach nur genial. Steve Buscemi hat einen Auftritt und Michael Lerner, als auch der Hauptdarsteller John Turturro spielen ihre Rollen exzellent. Doch alle Schauspieler dieses Films stehen im Schatten von John Goodman. Was Goodman hier in diesem Film zeigt ist einfach nur absolut genial und hätte ihm eigentlich einen Oscar einbringen MÜSSEN. Goodman ist vielleicht sogar einer der am meisten unterschätzten Schauspieler überhaupt aber in diesem Film ist er einfach Gott, genau so wie schon zuvor im Coen Film "Big Lebowski".
Ich kann diesem Film wirklich nur jedem empfehlen und wenn man die Coen Werke kennt, dann weiß man ja auch ungefähr worauf man sich einlässt.
Meine Wertung: 9/10.