Review
von Leimbacher-Mario
Writer's Block in der Höllenfabrik
"Barton Fink" ist ein sehr spezieller Film, wird nur selten genannt, wenn über die besten Filme der Coen-Brüder gesprochen wird. Für mich gehört er aber sowas von dazu - ich war förmlich umgehauen von dem wahnwitzigen Facettenreichtum dieser mehr als cleveren Hollywood-Kritik. In diesem Feuerwerk an abgedrehten Genialitäten, kämpft ein New Yorker Theaterautor gegen den berühmten Writer's Block, nachdem ihn größere Aufträge & die Moneytoes nach Hollywood gelockt haben. Als wären die abartige Hitze der Stadt der Engel & das nicht minder weltfremde Studio-System nicht schon anstrengend genug, lässt ihn auch sein netter aber eigenartiger Hotelnachbar einfach nicht in Ruhe arbeiten...
Man kann darüber streiten, aber für mich ist dieser Film der Höhepunkt der frühen Coens-Schaffensphase. Schnell merkt man, dass man es hier nicht mit leichtgewichtigen Talenten oder gar OneHit-Wondern zu tun hat, sondern mit Meistern ihres Fachs. Seien es die sympathischen aber abgespaceten Charakter, deren vielschichtigen, witzigen & oft tiefsinnigen Dialoge, die immer surrealer & an Lynch oder Cronenberg erinnernde Optik oder allgemein die Kritik am höllischen Hollywood - alles passt, alles unterhält, alles fasziniert, vibriert vor Intellekt. Die Jungs wussten schon damals wovon sie erzählen, das Schreiben, Kreativität & das perfide System Hollywood könnten nicht mehr ihr Thema sein. Nicht nur IQ sondern auch Herzblut floss spürbar in dieses Projekt. Nicht jedermanns Tee, aber wenn es klickt, schätzt man ihn höher ein, als man es je vorher erwartet hätte. Ein besonderes Lob geht trotz aller Superlative an John Turturro, der durch diese Rolle bekannt sein sollte, nicht durch Schmarn wie Transformers. Hollywood - für uns alle eine Art Hassliebe. Dieser Film zeigt warum.
Fazit: wer hier nicht die Genialität & Magie der Coen-Brüder spürt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Selten wurde so charmant & schleichend surreal mit der Traumfabrik abgerechnet!