Die wohl derbste und beste Komödie des Jahres kommt ausgerechnet von Sacha Baron Cohen, dem Typen der mit der Obergurke "Ali G." wohl eine der miesesten Komödien aller Zeiten hingelegt hat - Ironie pur sozusagen!
Hat man den kleinen Schock erst mal verdaut und geht unvoreingenommen an den Film ran, entpuppen sich sehr schnell die Qualitäten des Films. Ähnlich wie Michael Moore zieht Cohen hier konservative, religiöse und in anderer Weise geistig verwirrte Amis durch den Kakao und macht sich nebenbei auch noch über Rassismus and Antisemitismus lustig (er ist selbst Jude).
Sicherlich kommen einige Szenen (wie der Nackt-Kampf zwischen Borat und seinem Begleiter) etwas geschmacklos daher und vielleicht hätte man auch einige Aussagen diverser Interviewpartner noch ein wenig kommentieren können, aber dennoch: Gerade durch diese vordergründig primitive Art kann der Film punkten und steckt in Punkto Gagdichte nahezu die gesamte Konkurrenz des laufenden Jahres locker in die Tasche. Ich habe es jedenfalls selten erlebt, dass der gesamte Kinosaal fast durchgängig nicht mehr nur am lachen, sondern schon am Brüllen war (mich eingeschlossen), da wirklich ein Kracher auf den nächsten folgt.
Highlights sind dabei sicherlich der schon erwähnte Kampf, das Dinner bei den Snobs und Borat's persönliche Version der amerikanischen Nationalhymne beim Redneck-Rodeo.
Sehr positiv hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass man den Film in seiner Originalfassung belassen hat und lediglich deutsche Untertitel verwendet. Nicht auszudenken, wenn "Borat" die Stimme von beispielsweise Erkan oder Stefan bekommen hätte und der film dadurch kaputtsynchronisiert worden wäre (wie bei "Clever & Smart"). Sein genial, schwer akzentlastiges Englisch könnte man eh niemals adäquat übersetzen.
Fazit: Es mag nicht der anspruchvollste Film sein, aber mit ziemlicher Sicherheit eine 100%ige Garantie für 80 Minuten Lachen ohne Pause.
10 von 10 Punkten