Review
von Leimbacher-Mario
Nicht Bava, aber brava
Ein Brief bzw. letzter Wille erreicht einen Rechtsanwalt, der sich daraufhin sofort in die schaurige Kleinstadt zu dem Verfasser der Zeilen, seinem Mandanten begibt. Doch der ist bereits seit einem Jahr tot! Wer hat den Brief gefälscht? Was soll das schaurige Verwirrspiel? Oder ist nachher nicht doch noch wirklich der alte Herr Hauf (der viel mit übernatürlichem Zeug zu tun hatte) aus seinem Grab auferstanden?
„Cemetery of the Living Dead“ ist ein klassischer Italo-Gothic-Grusler im Stile von Meister Bava, in seinen besten Momenten sogar auf dessen Level. Die Story hält einige Überraschungen bereit, ist durchaus rund und durchdacht (Raimi hat für „Drag Me To Hell“ hier etwas gewildert), Barbara Steele ist und bleibt eine barocke Göttin, die in solche Stoffe natürlich exzellent hineinpasst, zudem sind die Gemäuer sehr stimmig und (gerade hintenraus) ist der Film gar nicht mal zimperlich mit Verätzungen und aufgeschnittenen Bäuchen. Das hat alles Hände (die sich manchmal sich bewegt ;)), Fuß und Sinn, das macht Spaß für Fans von „La Maschera Del Demonio“ bis „Danza macabra“. Score und Nebendarsteller verblassen etwas, Längen kann man selbst als Anhänger solcher Schauerstoffe nicht ganz wegreden, der englische Titel „Terror-Creatures und so weiter“ führt etwas in die Irre bzw. wirkt effekthascherisch, beim Bad der Steele sieht man leider kaum - doch ansonsten ist das aber mal ganz locker im grünen Bereich des Eurohorrors der damaligen Zeit. Schwarz-weisser Nagelkauer. Und ganz nebenbei nimmt man hier Romeros „Night of the Living Dead“ durchaus einiges voraus und satte 3 Jahre ab...
Fazit: schauriger Gothic Horror-Geheimtipp, der den Untoten-Filmen in den darauffolgenden Jahren schon eine Schippe vorwegnahm und für Fans solcher Italo-Gruselgeschichten fraglos einen Blick wert ist. Kein Gold, nicht glänzend, aber dennoch auf seine Art stimmig und wertvoll.