Mit geringem Budget arbeiten James Wan und Leigh Whannell wohl am liebsten. Das "Saw-Team" arbeitet hier wieder zusammen in den gewohnten Rollen. Whannell schrieb das Drehbuch, Wan führt Regie. Leigh Whannell ergatterte sich zuletzt die Hauptrolle im Backwoodslasher "Dying Breed". Mit nur 20 Millionen Dollar in der Tasche, versuchen sie uns mit einem Geisterhorror Angst einzujagen. Aber jetzt mal ehrlich, das Genre ist zurzeit einfach überlastet, vor allem mit Remakes von japanischen Gruslern. "Dead Silence" bringt da keinen frischen Wind rein, ist aber schnörkellos inszeniert und zeitweise ganz schön gruselig.
Jamie Ashen (Ryan Kwanten) soll seine Frau Ella (Amber Valletta) ermordet haben. Kurz vor deren Tod bekam Jamie ein Paket ohne Absender, in diesem befand sich eine Bauchrednerpuppe aus Holz. Detective Lipton (Donnie Wahlberg) hält Jamie für schuldig, um seine Unschuld zu beweisen kehrt er zurück in sein Heimatörtchen "Ravens Flair". Dort bekommt er es mit dem bösartigen Geist von Mary Shaw zu tun. Mary trat einst im Theater mit ihren Puppen auf, als ein Junge spurlos verschwand, wurde sie grausam getötet. Seitdem spukt sie durch das kleine Ort, auch Jamie soll ihr Opfer werden.
Der eigentliche Star von "Dead Silence" ist die graue, verregnete und neblige Kulisse. Sie wirkt gewollt monoton, es gibt keine freundlichen Bilder. Fast der komplette Film spielt in der Geisterstadt "Ravens Flair", noch viel bedrohlicher wirkt allerdings das verfallene Theater, in dem der Showdown stattfindet. Wan hilft mit vielen Nebelmaschinen und dunklen Filtern nach, um diese bedrohliche Optik zu erschaffen. Davon können sich viele Horrorfilme eine Scheibe abschneiden, auch beim Score. Der ist zwar nicht vielseitig, aber unheimlich.
Jedoch fesselt das Geschehen nicht immer. Der Mord an Ella bietet Spannung, bevor "Dead Silence" abbaut. Da hätten wir Lipton, der fest an Jamies Schuld glaubt und ihn ständig verfolgt, dann fallen Jamies Ermittlungen ziemlich zäh aus. Es müssen einige Orte abgeklappert werden, das Puzzle setzt sich nur langsam zusammen, der Bodycount bleibt niedrig. Auf irgendwelche Goreeffekte braucht man nicht zu hoffen, dafür fallen die wenigen Morde extrem spannend aus und sind die Höhepunkte von "Dead Silence. Aber zwischen den gelungenen Sequenzen gibt es immer wieder kleine Löcher. Man endet in einem brachialen Finale, nebst böser Überraschung.
Hauptdarsteller Ryan Kwanten bleibt leider etwas blass und mit Donnie Wahlberg konnte ich schon in "Saw II" kaum etwas anfangen. Da macht der verunstaltete Geist von Mary Shaw einen besseren Job.
Ryan Kwanton und Donnie Wahlberg sind austauschbar, die Story um die Bauchrednerin Mary Shaw weiss zu überzeugen, ist aber von Wan nicht lückenlos umgesetzt. In einigen Szenen blitzt Wan´s Talent auf, doch Jamies zu lang geratene Ermittlungen verderben ein wenig den Brei. Trotzdem reicht "Dead Silence" zum gruseln und einige werden ihr Licht dabei anlassen müssen.