Review

Half Nelson. Gutes Thema. Guter Hauptdarsteller.
Leider krankt der Film ein wenig an seinem recht unspektakulären Realitätsanspruch. Wo es ein Larry Clark locker schafft, den Zuschauer das eine ums andere mal ernsthaft zu überraschen und zu schocken, plätschert hier die thematisierte Drogensucht des Hauptdarstelles ohne Einstieg und ohne Ende (d.h. nach ca 100 Minuten hat der Film dann letztendlich wenigstens ein Ende) vor sich hin. Das ganze ist ein wenig dokumentarisch mit der Handkamera umgesetzt, was aber leider genauso uneffektvoll bleibt wie der Ansatz einer "Beziehung" zwischen einer Schülerin und der Hauptfigur. Würde der Hauptprotagonist kein Crack rauchen, sondern (so wie etliche Lehrer) dem Alkohol verfallen sein, würde das Geschehen einen ziemlich identischen Verlauf nehmen, aber der Film wäre wohl komplett untergegangen, da diese Situation nicht bizarr genug ist.
Alles in allem "rettet" Ryan Gosling den Film jedoch vor dem kompletten Untergang und die Musik von Broken Social Scene steuert bestens das bei, was der Bandname schon beschreibt.
PS: Wäre der Film auch nur halb so gut wie deren Longplayer "You forgot it in people" würde er von mir mindestens 7 Punkte bekommen. So leider nur 5.

Details
Ähnliche Filme