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Ein fast dokumentarisch anmutender Lebensausschnitt einer ganz interessanten Person. Interessant deshalb, weil der Protagonist ein intelligenter Mensch mit aufgeklärten Ansichten, modernen Wertevorstellungen und einem äußerst sympathischen Lächeln ist. Auf der anderen Seite ist er drogenabhängig, wirkt sozial isoliert und irrt ziellos durch's Leben. Die Rede ist von einem Geschichts- und Sportlehrer namens Dan Dunne, gespielt vom abermals überragenden Ryan Gosling.

Mit Dreitagebart, halbgeöffneten Augen und einem leichten Grinsen im Mundwinkel streunt er durch den Vormittag an einer Highschool in New York. Den Schülern, Kollegen und selbst der Direktorin fällt auf, dass bei Mr. Dunne wohl irgendwas falsch läuft, aber keiner vermag hinter die charmante Fassade des so selbstsicher wirkenden Mannes zu schauen. Bis die 13-Jährige Drey ihren Sportlehrer auf der Toilette der Turnhalle beim Drogenkonsum erwischt und dem völlig zugedröhnten Pädagogen helfend unter die Arme greift. Von da an entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie verpfeift ihn nicht und er kümmert sich zunehmend um Drey, da sie Gefahr läuft, auf die schiefe Bahn zu geraten.

Ohne den moralischen Zeigefinger zu heben erzählt der Film in atmosphärischen Bildern von dramatischen Lebensentwürfen und persönlichen Abgründen, zeigt aber ebenso auf, dass Freundschaft das möglicherweise beste Mittel gegen die Versuchungen des Schlechten und Illegalen sein kann. Auch wenn der Film stellenweise etwas langatmig wirken kann, weil ihn die schwitzige Szenerie und interpretative Mimik der Darsteller ganz offensichtlich mehr tragen als ausschweifende Dialoge und inhaltliche Wendungen, so bietet er doch einen gelungenen Einblick in die privaten Abgründe einer öffentlichen Person, die es eigentlich besser wissen müsste. Und obgleich Mr. Dunne niemals von seiner Vorbildfunktion als Lehrkraft abrückt, kulminiert die Tragik dieser sich überschneidenden Lebenswege in einem leisen Finale, welches ebenso logisch wie erschreckend ist.

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