Thursday ist nicht etwa das Prequel zu Friday, sondern eine gelungene schwarze Komödie mit dem späteren Punisher Thomas Jane.
Er spielt hier den Architekten Casey Wells, der eigentlich mit seiner verbrecherischen Vergangenheit abgeschlossen hat und nun mit seiner Frau in einer sauberen Vorortgegend wohnt. An jenem verhängnisvollen titelgebenden Donnerstag taucht jedoch sein damaliger Kumpel und Komplize Nick wieder bei ihm auf, und natürlich bringt er jede Menge Ärger im Gepäck. So bekommt es Casey mit einem kiffenden Drogenkurier zu tun, der ihn umbringen will, während gleichzeitig der Besuch des Psychologen ansteht, der Casey auf seine Adoptiertauglichkeit prüfen soll. Vergewaltigung und eine beinahe Zersägung stehen auch noch auf dem Tagesprogramm, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass Casey sichtlich genervter und aggressiver wird und am Abend schließlich sein Leben innerhalb zwölf Stunden völlig umgekrempelt worden ist.
Selbstverständlich sind viele Elemente in Thursday nicht unbedingt neu und revolutionär, aber zuzusehen, wie Thomas Janes Charakter sich etappenweise über den gesamten Tag verteilt ändert ist allein schon die Sichtung des Films wert. Waren seine etwas ausgelutschte Ehe am Morgen noch sein größtes Problem, hat er am Nachmittag plötzlich korrupte Polizisten, diverse Leichen und ein muhendes Telefon am Hals. Interessant an der gesamten Problematik ist allerdings, dass sie Casey tatsächlich dabei hilft, seine Ehekrise zu bewältigen.
Der Ton des Films ist dabei der Handlung angemessen ziemlich zynisch und gewalttätig, gleichzeitig aber natürlich auch skurril-humorvoll. Die hippe Musik trägt ihr Übriges dazu bei, für eine lockere Atmosphäre zu sorgen, und die Darsteller können alle überzeugen. Ein besonders hervorhebenswerter inszenatorischer Kniff liegt in der Darstellung einer Rückblende, deren zwei Teile jeweils von anderen Personen erzählt werden. In beiden Versionen variiert das Ambiente grundlegend, dem jeweiligen Erzähler entsprechend.
Es ist wie gesagt nicht alles grundlegend neu in diesem Film, gerade die Lösung aus Caseys Bredouille hat man schon diverse Male in ähnlicher Form gesehen, trotzdem ist Thursday ein wahnsinnig unterhaltsamer Ableger seiner Art, den ich fast uneingeschränkt empfehlen kann - allzu viel Tiefe darf man natürlich nicht suchen.