Nick besucht seinen alten Kumpel Casey. Spiessig wohnt dieser als angehender Architekt mit Frau in schickem Vorort - gegenüber früheren Zeiten hat er sich deutlich verändert. Nicht so Nick, er ist nach wie vor ein Draufgänger, Drogendealer und Killer erster Güte. Damit möchte Casey nichts zu tun haben: mit dieser Vergangenheit hat er längst gebrochen, seine Frau soll davon gefälligst nichts erfahren.
Dies klingt nicht nur nach Standardszenerie aus der vielgeöffneten Schublade des großen Regieschranks, das wird so auch konsequent weiterverfolgt. Skip Woods quält uns elendiglich lang mit vorsätzlicher Langeweile auf B-Movie-Niveau, dem nichts so sehr zum Beweis gerät wie die Mitwirkung Mickey Rourkes als böser Cop. Die Story ist banal, gesprickt mit Lücken und Logikfehlern, über die man dank spärlich eingesetztem Humor nur schwer hinwegsehen kann.
Unbekannte Schauspieler wie Thomas Jane oder Aaron Eckhardt können keinerlei überdurchschnittliche Qualitäten zeigen und haben spürbar zur Budgetierung des Films positiven Beitrag geleistet. Paulina Porizkova darf zwar ihren reizenden Körper in sämtlichen Positionen zur Schau stellen, was an und für sich mal nicht verkehrt wäre, aber auch hier gilt der alte Schlaumi-Schlumpf-Satz "Aussehen ist nicht alles".
Dröge plätschert auch der Soundtrack im Hintergrund. Ein paar nette Splatterszenen (Paulinchen wird beim Vögeln der Kopf weggeblasen) oder humorige Einlagen (Pizzaservice mal anders) helfen zwar kurzweilig für Lichtblicke, trügen aber über die untere Liga dieses Streifens nicht hinweg.
Letztlich stellt sich immer eine Frage: Um was gehts denn überhaupt, worin besteht der Sinn der Handlung? Und das erschließt sich leider nicht gänzlich. Um nur ein ganz kurzes Beispiel zur Erklärung heranziehen zu wollen: Casey liebt seine Frau und bietet ihr an ihm bei seiner Flucht zu helfen. Sie beteuert ebenso ihre Liebe, zeigt aber deutlich ihren Hang zur momentanen Umgebung und angebotenen Karrierechance. Wieso sollte sie also mitkommen? Logischerweise zögert sie und Casey erkennt das Signal sehr deutlich und kommentiert es treffend mit dem Satz "Du hattest Deine Chance", und damit will er sich auf und davon machen. Gut soweit - doch hier patzt es wieder an der Konsequenz: Casey öffnet den Koffer, zeigt seiner Frau die Millionen, und schon ist die Liebe zu Casey so groß genug daß sie nun die Flucht doch gemeinsam mit ihm antreten will. Welchen Sinn also soll diese Szene ergeben? Caseys "Probe" verkommt zur Farce - hier nur eine kleine Szene, doch bezeichnend für den ganzen Film. Eine runde Sache ist das leider nicht.
Spannung kommt selten auf, Nebenhandlungen wie Adoptionschecks usw. wirken nahezu lächerlich - schade, da hat man sich eigentlich mehr davon verhofft. Mit "Thursday" ist es letztlich wie mit den Discoschlampen in Bottrop: Der Inhalt ist nicht das was der Klappentext verspricht.
(3/10)