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Thomas Jane spielt einen ehemaligen Drogendealer, der jetzt verheiratet ist und ein Kind adoptieren möchte. Doch dann taucht nach mehreren Jahren sein alter Partner, gespielt von Aaron Eckhart, wieder auf und deponiert in seinem Haus einen Koffer voll Heroin und versteckt einen erheblichen Geldbetrag. Jane, der das Heroin sein Waschbecken heruntergespült, ahnt nicht, dass noch mehrere Gangster kommen und das Rauschgift suchen werden.

"Thursday" ist ein gutes Beispiel dafür, was man aus einem Mindestmaß an Handlung über 80 Minuten machen kann. Ganz im Stil von Quentin Tarantino inszeniert Skip Woods, der hier seinen ersten und bis heute letzten Film abliefert "Thursday" mit einem rabenschwarzen Humor, einigen skurrilen Charakteren und einem hohen Brutalität. Durch diese leicht überdrehte, skurrile und amüsante Inszenierung kann er nur mäßig Spannung und Dramatik aufbauen, dafür aber prima unterhalten. Die Filmmusik ist nicht sonderlich auffällig und bis auf ein paar blutige und erotische Szenen hat der Film keinen allzu großen Schauwert, zumal der Film bis auf ein paar Szenen in einem einzigen Haus spielt. Dafür sind die Dialoge jedoch klasse und unterhaltsam und da es kaum Momente gibt, in denen nicht gesprochen wird, lebt der Film allein von eben diesen, rabenschwarzen und amüsanten Dialogen. Mit einem kleinen bisschen Action, einem Ansatz von Spannung und schwarzem Humor vom Feinsten ist "Thursday" ordentliches Unterhaltungskino ganz im Stil von "Lucky Slevin" oder "Pulp Fiction".

Die Story ist zwar relativ einfallsreich und beeindruckt durch ein paar unvorhersehbare Wendungen und ein paar innovative Einfälle, aber alles in allem ist sie nicht komplex genug, damit einem beim Anschauen des Films die Kurzweiligkeit nicht direkt ins Gesicht springt. Die Charakterkonstruktion ist überaus skurril und bewusst unrealistisch und auch wenn der Film somit nicht einmal einen Ansatz von Tiefe hat, ist er so doch um einiges amüsanter. Die Handlung an sich ist nicht einmal im Ansatz komplex und bewegt sich episodenhaft auf das Finale zu und besteht mehr oder weniger nur daraus, dass die verschiedensten, wunderlichsten Charaktere kommen, nach Drogen und Geld suchen und wieder gehen. Spektakulär ist die Handlung nicht, aber Regisseur Skip Woods mach einiges draus.

Thomas Jane ist hier in einer seiner ersten Hauptrollen zu sehen und spielt alles in allem solide. Ohne Charisma spielt er ordentlich herunter, was von ihm erwartet wird, kann aber nicht voll und ganz überzeugen, da ihm der trockene Witz seiner Kollegen fehlt, aber zum Ende hin, wenn er die meiste Zeit gefesselt auf irgendwelchen Stühlen verbringt erzeugt er geschickt eine Mischung aus Mitleid und Ironie. Nach "Thursday" kam er schnell an weitere große Rollen, wie z.B. in "Deep Blue Sea" und "The Punisher". Vor allem in seiner Paraderolle als Vertreter der Tabakindustrie in "Thank you for Smoking" zeigte Aaron Eckhart seinen vollendeten Sarkasmus und hier in "Thursday" gibt er schon mal einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Eckhart verkauft sich gut, sorgt mit seiner trockenen und aalglatten Art für einige Lacher und kann somit überzeugen. Paulina Porizkova, die nicht gerade mit ihren Reizen geizt, spielt solide und liefert mit ihrer Vergewaltigungsszene knisternde Erotik. Auch die übrigen Darsteller, die Jane besuchen machen sich gut, wobei vor allem Michael Jeter als Psychologe und Mickey Rourke überzeugen können.

Fazit:
Auch wenn die Story nicht sonderlich komplex ist und der Spannungsbogen eher niedrig ist, kann "Thursday" mit seinem rabenschwarzen Humor, mit seinem ordentlichen Cast und seinen skurrilen und innovativen Einfällen überzeugen und wird vor allem Tarantino-Fans gefallen.

65%

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